GOSSAU: Blitzstart im Restaurant Mult

Die neuen Betreiber des Restaurants Mult wurden im ersten Monat seit der Wiedereröffnung regelrecht überrannt. Einen besseren Start hätten sie sich nicht wünschen können.

Manuela Bruhin
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Eric Studer, Pascal Hauser und Orlando Rohner (v. l.) führen seit kurzem das Restaurant Mult. (Bild: Ralph Ribi)

Eric Studer, Pascal Hauser und Orlando Rohner (v. l.) führen seit kurzem das Restaurant Mult. (Bild: Ralph Ribi)

Manuela Bruhin

redaktiongo@tagblatt.ch

«Oh, dann passt es gar nicht ... Dann haben wir bereits alles voll ... Zu dieser Zeit geht es auch nicht, weil wir dann eine Wandergruppe hier haben.» – Einen Interviewtermin mit den neuen Pächtern zu finden, ist keine einfache Aufgabe. Der volle Terminkalender der neuen Betreiber des Restaurants Mult, Eric Studer, Pascal Hauser und Orlando Rohner, lässt momentan nebst dem Betrieb nicht viel anderes zu. Eine Terminreservierung jagt die nächste, freie Plätze gibt es kaum. «Wir hätten nie damit gerechnet», freuen sich die drei. Bereits bei der Eröffnung kamen an die 350 Gäste.

Vor rund einem Monat wurde Eröffnung gefeiert, nachdem das Restaurant rund ein Jahr geschlossen war. Schon länger liebäugelten Studer, Hauser und Rohner mit dem Gedanken, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Kennengelernt haben sich die beiden Köche im «Freihof» sowie Studer und Hauser während der Lehrzeit. «Eric kam schliesslich damit an, dass die ‹Mult› in Goss­au zu haben wäre. Als wir sie besichtigten, haben wir uns alle gleich in das Haus verliebt», erinnert sich Rohner zurück. Die Lage ist es schliesslich auch, die alle als grossen Vorteil nennen. «Die Mischung macht’s aus – man ist hier auf dem Land und trotzdem zentral gelegen.»

Traditionen erhalten und neue Anlässe einführen

In der Gaststube selber wurden nur Kleinigkeiten, wie beispielsweise das Inventar oder die Dekoration, angepasst. Und dies ganz bewusst. «Wir wollten keine allzu grosse Veränderung. Vielmehr streben wir eine Mischung von Altem und Neuem an», sagt Studer. Mit den neuen Impulsen weise man auf die gelebten Traditionen im Restaurant Mult hin. So bleibt beispielsweise der beliebte Chäsappich und Stockfisch am Aschermittwoch erhalten. Auch das Multfest soll weiterleben – wenn auch die Organisation dafür nicht in den Händen der neuen Betreiber liegt. Wenn sich die Zusammenarbeit erst einmal eingespielt hat, wollen Hauser, Studer und Rohner eigene Anlässe ins Leben rufen. «Die Multscheune eignet sich dafür natürlich bestens.»

Kalbfleisch vom ansässigen Hof

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Speisekarte. Die Zutaten dafür sollen in erster Linie regional sein – das Kalbsfleisch beispielsweise stammt vom ansässigen Hof. «Unser Ziel ist klar, so vieles wie möglich selber herzustellen. Eine Pastamaschine wäre natürlich toll», so Rohner. Unbedingt wolle man bodenständig bleiben. Hauser: «Der Geschäftsmann soll sich genauso wohl fühlen wie Familien oder Wanderer.» Entsprechend werde auch die Karte angepasst. Nebst der gutbürgerlichen Küche soll sich darin auch Exotisches, wie etwa ein mediterranes Risotto, wiederfinden.

Die Rückmeldungen der Gäste seit der Eröffnung haben die drei Gastronomen durchwegs positiv erlebt. Es sei spürbar, welch grosses Bedürfnis die «Mult» für die Bevölkerung darstelle. Wie die nächsten Monate oder gar Jahre aussehen werden, darüber können Hauser, Studer und Rohner nur spekulieren. Eines haben sie jedoch nicht: Existenzängste. «Natürlich haben wir Respekt vor dieser grossen Aufgabe. Die ‹Mult› hat jedoch definitiv Potenzial – und das wollen wir nutzen!»