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GOSSAU: Abfall im Alltag bekämpfen

Durchschnittlich 729 Kilogramm Abfall produziert ein Schweizer im Jahr. An einem Themenabend sind Vorschläge für eine Abfallreduktion vorgestellt worden. Sie wurden kontrovers diskutiert.
Michael Zwimpfer

Michael Zwimpfer

michael.zwimpfer@tagblatt.ch

In der Fastenzeit ist der Fleischverzicht nicht zwingend Pflichtprogramm. Man kann auch seinen Lebensstil ändern. In Anlehnung daran fand am Donnerstag ein Themenabend statt. Dieser wurde von den Gossauer Seelsorgern Klaus Fischer und Eric Petrini organisiert. Ziel war es, zu zeigen, wie man die eigene Abfallproduktion vermindert. Vor rund 40 Personen erläuterte Tara Welschinger die Grundzüge eines abfallfreien Lebens. Sie ist die Botschafterin von ZeroWaste Switzerland, einer Organisation, die sich mit Abfallreduktion befasst. Markus Bernhardsgrütter, Leiter vom Hof Mädertal, stellte seine Saisonbox vor.

Vom Hof direkt vor die Haustür

Die Saisonbox basiert laut Gründer Markus Bernhardsgrütter auf der Direktvermarktung. Das heisst, dass die Produkte direkt vom Landwirt an den Konsumenten geliefert werden. Die Saisonbox ist eine kühlbare Transportkiste, in der den Abonnenten Gemüse und Obst bis vor die Haustüre geliefert werden. Bei der Auswahl der Produkte gilt das Motto «saisonal-regional-geliefert». Sämtliche Produkte stammen also frisch von den Feldern lokaler Bauernhöfe. In der Veranstaltung hob der Landwirt hervor, dass dabei kaum Abfall entstehe. Die Transportkiste werde mehrfach verwendet und es komme pro Lieferung nur ein Plastiksack zum Einsatz. Bernhardsgrütter möchte seinen Kunden ausserdem aus ökologischen Gründen die fleischlose Küche schmackhaft machen. «Ich esse gerne Fleisch, bin aber der Meinung, dass man es nicht täglich essen muss.» Schliesslich würden laut Bernhardsgrütter Tierprodukte mehr zum Klimawandel beitragen als der gesamte globale Verkehr.

Schweiz ist Spitzenreiter in der Abfallproduktion

Die Schweiz ist bekanntlich Weltmeister im Recycling. Laut der Statistik von Tara Welschinger belegt die Schweiz gleichzeitig weltweit den vierten Platz bei der jährlichen Produktion von Siedlungsabfall. Rund 729 Kilogramm Abfall produziert der Schweizer Durchschnittbürger im Jahr. Um die Abfallmenge zu reduzieren, nutzt ZeroWaste Switzerland ein Prinzip, das auf vier Begriffen fusst: Umdenken, reduzieren, wiederverwenden und recyceln. Nach diesem Prinzip lebt Welschinger komplett abfallfrei, wie sie sagt. Sie hat sich von sämtlichen Büchern und CDs getrennt. Da rund 30 Prozent der neugekauften Kleidung ungebraucht weggegeben wird, kauft Sie ihre Kleider nur in Secondhandläden ein. Lebensmittel bezieht sie ausschliesslich mit wiederverwendbaren, persönlichen Behältern.

Welschingers strikte Haltung wurde unter den Zuhörern teils hitzig diskutiert. Der hohe Anspruch auf Hygiene und Sicherheit rechtfertige den Verpackungsstandard. Andere entgegneten, dass das Alter oder das Einkommen diesen zusätzlichen Aufwand nicht zuliessen. «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg», sagte Seelsorger Eric Petrini. Er regte die Zuhörer zu einem Selbstversuch an, bei dem man beim Einkauf auf möglichst viel Plastik und Verpackungsmaterial verzichtet. Einige Teilnehmer bekundeten dafür durchaus ihr Interesse, so etwa Maria-Anna Müller Schöb. «Ich möchte mich wirklich auf das Nötigste beschränken.»

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