Google soll den Stiftsbezirk zeigen

Google präsentiert unter dem Titel «World-Wonders» Schweizer Objekte des Unesco-Welterbes. Gelegentlich sollen Dom und Stiftsbibliothek dazukommen. Erste Aufnahmen sind gemacht.

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Alte Schriften der Stiftsbibliothek bald vereint mit der Google-Technik? (Bild: Michel Canonica)

Alte Schriften der Stiftsbibliothek bald vereint mit der Google-Technik? (Bild: Michel Canonica)

Seit Mitte Juni des vergangenen Jahres zeigt Google im Rahmen seines Street-View-Angebots die Weltwunder. Dazu gehören Stätten des Unesco-Welterbes, von denen fünf aus der Schweiz auf dem Google-Earth-Programm aufgeschaltet sind. Gelegentlich soll der St. Galler Stiftsbezirk mit dem Dom und der Stiftsbibliothek ebenfalls auf diese plastische Art online zu sehen sein.

Weitere Aufnahmen geplant

«Erste Aufnahmen sind erfolgt», sagt Silvio Frigg von der Stiftsbibliothek. Dabei handelt es sich um Innenaufnahmen der weltberühmten Büchersammlung. Wie lange es bis zur Aufschaltung dauert, ist jedoch offen. Denn Google will noch weiterfilmen und Aussenaufnahmen machen. «Die ganze Koordination mit dem Kanton, der Stadt und dem Konfessionsteil steht noch aus», sagt Frigg. Dabei geht es nicht zuletzt darum, wie viel von Kloster und Bibliothek gezeigt werden soll.

Damit ist man allerdings einen Schritt weiter als vor wenigen Wochen. Ginge es nach dem Willen von Google, wären Dom und Bezirk via Street-View bereits virtuell «befahrbar». Die Verzögerung ergab sich durch ein Missverständnis. Während die Verantwortlichen des Doms dem Internetunternehmen die Aufnahmebewilligung schon vor zwei Jahren erteilt hatten, verlangte die Stiftsbibliothek eine einmalige Gebühr von 300 Franken. Man war der Ansicht, dass es sich um ein kommerzielles Projekt handelte. Eine solche Zahlung widersprach jedoch den Prinzipien von Google, das danach den Stiftsbezirk für sein World-Wonders-Project vorerst nicht mehr in Betracht zog. Es half auch nichts, dass St. Gallens Tourismusdirektor Boris Tschirky die Gebühr selber übernommen hätte. Weder Dom noch Stiftsbibliothek figurieren nun im Angebot.

Stiftsbezirk würde gut passen

Damit ging für die Stadt die Möglichkeit verloren, über ein stark beachtetes Medium auf ihren touristischen Magneten aufmerksam zu machen. Von der Unesco war derweil zu vernehmen, dass das Projekt nicht als gescheitert betrachtet werde.

Nun bewegt sich wieder etwas in dieser (Sommer-)Geschichte. Momentan sind aus der Schweiz fünf solcher Sehenswürdigkeiten zu sehen, so die Berner Altstadt oder das Gletscher-Panorama vom Jungfraujoch aus. Da könnte sich der Stiftsbezirk würdig einreihen. (th)

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