GOLDACH: Vor dem grossen Wurf

Sieben Tage die Woche können Bowlingliebhaber im «Starbowling» teils bis Mitternacht die Kugeln rollen lassen. Doch zuvor gibt es für Geschäftsführer Nico Tillsley und sein Team jeweils einiges zu tun. Denn eine Bowlinganlage muss gepflegt werden.

Perrine Woodtli
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Ein Muss in jeder Anlage: Bowlingschuhe. (Bilder: Perrine Woodtli)

Ein Muss in jeder Anlage: Bowlingschuhe. (Bilder: Perrine Woodtli)

Perrine Woodtli

redaktionot

@tagblatt.ch

Im Goldacher Bowlingcenter «Starbowling» ist es ungewöhnlich ruhig. Keine Musik, die aus der Jukebox dröhnt, und kein Lärm von rollenden Kugeln und fliegenden Kegeln. Im Tageslicht, ohne die schwarz-weisse Beleuchtung, wirkt die Bowlinganlage mit den zehn Bahnen fast schon unspektakulär. Bis das Center öffnet, dauert es an diesem Vormittag noch ein wenig. Der Techniker ist gerade mit der ganzen Maschinerie beschäftigt. Jeden Tag wird die Technik geprüft, damit am Abend alles reibungslos abläuft.

Geschäftsführer Nico Tillsley steht hinter den Bahnen und beobachtet den Pinsetter. Der Pinsetter ist die Maschine, welche die zehn Kegel hinter der Bahn wieder zusammensammelt und aufstellt. «Wir lassen die Maschine jeden Tag auf jeder Bahn einmal vor Betrieb laufen. So wissen wir, dass alles funktioniert», sagt Tillsley.

Ölschicht schützt Bahn vor Verbrennung

Der Pinsetter funktioniert simpel: Nachdem der Spieler die Pins mit der Kugel umgeworfen hat, rutschen diese auf einem Förderband nach hinten. Dort geleiten die Kegel selbstständig in eine Art Lift, der die Kegel nach oben befördert, wo sie in den sogenannten Aufsetzer gesetzt werden. Ist dieser voll, transportiert er die zehn Pins nach unten auf die Bahn. Schon stehen die Kegel wieder in einem Dreieck geordnet am richtigen Platz. «Bei jeder Bahn sind jeweils zwischen 20 und 25 Pins im Umlauf. So entstehen für die Spieler keine langen Wartezeiten», erklärt Tillsley. Grundsätzlich macht der Pinsetter alles von alleine. Jedoch muss immer wieder mal Hand angelegt werden, wenn es ein Problem gibt oder wenn die Technik spinnt. «Manchmal fällt bei der Rotation ein Pin aus dem Pinsetter. Da muss man dann halt schnell nachhelfen», sagt Tillsley.

Nachdem die Pins alle einmal geräuschvoll durch den Pinsetter gerattert sind, kommen die Bahnen an die Reihe. Diese werden zweimal pro Woche mit einer Bahnpflegemaschine gereinigt und geölt. Langsam fährt die Maschine über die Bahn, wäscht zunächst den abgenutzten Ölfilm und den Schmutz weg und trägt parallel einen neuen Ölfilm auf. Die Ölschicht sorgt vor allem für den Schutz des Belags. «Die Bowlingkugeln sind bis zu neun Kilogramm schwer und werden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Stundenkilometern über die Bahn geschleudert», sagt Tillsley. «Ohne den speziellen Ölschutz würde der Belag bei dieser Reibung sonst verbrennen.»

Bahnen müssen Härtetest bestehen

Mit zweimal ölen pro Woche sei man in der Goldacher Anlage gut bedient. Bahnbetreiber, die auch Sportbowler ansprechen, ölen ihre Bahnen deutlich häufiger. «Unser Bowlingcenter spricht aber vor allem Hobbybowler in der Freizeit an. Profis spielen bei uns bislang kaum», sagt Tillsley. Somit reiche die aktuelle Pflege vollkommen aus. Die Ölmischung sei zudem extrem teuer.

Sobald die weissen Bahnen geölt sind, ist der grösste Teil der Arbeit erledigt. «Die Bahnen benötigen sonst eigentlich nicht viel Pflege. Einfach kaputtgehen können sie nicht.» Auch nicht, wenn Spieler die Bowlingkugeln regelmässig auf die Bahn knallen lassen. «Jede Bowlingbahn muss, bevor sie eingebaut wird, einen Test bestehen», sagt Tillsley. «Dafür lässt man rund 5000-mal eine Kugel aus etwa fünf Metern Höhe auf die Bahn fallen.» Ist diese auch danach unbeschädigt, hat der Belag den Test bestanden. «Man muss also kein schlechtes Gewissen haben, wenn man die Kugeln auf die Bahn wirft.»

Apropos Kugeln: Diese sind besonders pflegeleicht und müssen bloss geputzt werden. Ersetzt werden sie, wenn sie nicht mehr so schön aussehen. Tillsley: «Wenn eine Kugel zwei Jahre hält, ist das tipptopp.»

Ansonsten stehen für den Geschäftsführer und seine sechs Mitarbeiter noch die alltäglichen Arbeiten an, bevor die Besucher kommen. Konkret heisst das den Barbetrieb vorbereiten, putzen und die Monitore sowie Computer checken. In der kommenden Zeit aber bleibt es weiterhin eher ruhig im «Starbowling». Das Bowlingcenter macht vom 17. Juli bis 6. August Sommerpause. Dann heisst es zur Abwechslung mal eine ruhige Kugel schieben.