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GOLDACH: Umfahrung bringt mehr Verkehr

Anstelle der vom Gemeinderat beantragten zweiten Strasse durchs Zentrum empfiehlt die Ortsgemeinde wieder eine Südumfahrung. Mit dieser würden Staus vor Barrieren nicht beseitigt, sondern noch verschärft, erklären Verkehrsplaner.
Fritz Bichsel
Über die Goldach, durch Naturschutzgebiet und Wald und in einem Hang: So würde der Abschnitt Bahnviadukt bis Bruggmühle einer Umfahrungsstrasse verlaufen. (Bild: Fritz Bichsel)

Über die Goldach, durch Naturschutzgebiet und Wald und in einem Hang: So würde der Abschnitt Bahnviadukt bis Bruggmühle einer Umfahrungsstrasse verlaufen. (Bild: Fritz Bichsel)

GOLDACH. Im Kern von Goldach dominiert Verkehr. Der Gemeinderat will das Zentrum attraktiver und trotzdem gut erreichbar gestalten. Dem stehen die Staus am Bahnübergang entgegen. Früher war eine neue Strasse südlich und westlich ums Dorf erwogen worden: unter der Bahn hindurch für Verkehr von und nach Goldachs Süden und Rorschacherberg Richtung Autobahnanschluss Meggenhus und umgekehrt. Das verwarf der Gemeinderat, gestützt auf Erkenntnisse von Verkehrsplanern und weil für diesen Verkehr ein Autobahnanschluss Witen projektiert wird. Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde schlägt nun aber wieder die Südumfahrung ab der Untereggerstrasse vor.

Auch «Südspange» nötig

In der Diskussion herrscht die Meinung vor, Stau am Bahnübergang verursache hauptsächlich Verkehr zur und von der Autobahn. Erhebungen zeigten jedoch, dass der grössere Teil ins Dorf fährt oder aus dem Dorf kommt. Deshalb löst eine Südumfahrung das Problem nicht. Sie würde zwar das Zentrum entlasten und wäre eine attraktive Verbindung zur Autobahn. Das würde aber noch mehr Verkehr aus Rorschacherberg und auch aus Rorschach anziehen. So würden zusätzliche Spuren auf der Sulz- und der Untereggerstrasse nicht ausreichen für die Fahrzeuge, die warten, bis sie über den Bahnübergang ins Zentrum abbiegen können. Deshalb müsste eine neue Strasse vorher beginnen, bereits durchs Oberdorf («Südspange»). Dafür müssten mehrere Häuser weichen.

Der Gemeinderat unterbreitet deshalb ein anderes Konzept: Durchgangsverkehr zur Autobahn von beiden Hauptachsen vor dem Dorf ableiten zu einem Anschluss Witen; innerörtlichen Verkehr in den Zeiten mit geschlossenen Barrieren verlagern auf eine neue Strasse nahe beim Zentrum – durchs Mühlegut und unter der Bahn hindurch. Mit Blick auf Entscheide der Bürger liess er die Abklärungen aktualisieren. Die Planer vom Büro mrs partner bestätigen: Mit einer Südumfahrung würde ein Viertel mehr Verkehr angezogen. Damit das Zentrum erreichbar bliebe, müsste auch eine Südspange gebaut werden. Weil sich die Schliessung der Barrieren um 40 Prozent und auf bis zu gut acht Minuten verlängern wird, wäre öffentlicher Busverkehr nach Fahrplan nicht mehr möglich ohne zentrumsnahe Strasse unter der Bahn hindurch.

Dazu liess der Gemeinderat auch eine Unterführung des Bahnübergangs nochmals prüfen. Die Planer zeigen, dass das technisch möglich wäre dank Verlegung des Dorfbachs. Es ergäben sich aber sehr komplizierte Zufahrten, und der ganze freie Raum im Zentrum würde für Strassenverkehr beansprucht.

So oder so zwei Strassen

Das Konzept würde als Nachteil Verkehr verlagern ins Wohngebiet Mühlegut. Die Planer rechnen dort mit täglich 5700 Fahrzeugen, wenn kein neuer Zugang zur Autobahn geschaffen wird, und mit 4000 – etwa wie auf der Schulstrasse –, wenn Verkehr abgeleitet wird zu einem Anschluss Witen. Der Gemeinderat beurteilt eine Strasse durchs Mühlegut als in jedem Fall richtig. Eine Südumfahrung käme für ihn zusätzlich in Betracht: Falls der Autobahnanschluss Witen scheitern sollte. Dann wäre sie als Kantonsstrasse denkbar und finanzierbar. Denn die Planer rechnen mit drei- bis viermal so hohen Kosten wie im Mühlegut, also mit 30 bis 40 statt 10 Millionen Franken. Auch rechtlich und technisch stiesse eine Südumfahrung auf Hindernisse: Sie würde über die Goldach, durch Naturschutzgebiet und Wald sowie im Hang verlaufen.

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