Goldach plant verdichtet

Innere Verdichtung ist in Goldach ein Gebot der Stunde. Ein Beispiel dafür ist der Überbauungsplan Rietbergstrasse, der bis 23. Dezember öffentlich aufliegt. Geringere Grenzabstände eröffnen Grundeigentümern bauliche Möglichkeiten.

Christoph Renn
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Thomas Würth Gemeindepräsident Goldach (Bild: pd)

Thomas Würth Gemeindepräsident Goldach (Bild: pd)

GOLDACH. An der Rietbergstrasse in Goldach soll verdichtet gebaut werden. Das zumindest ermöglicht der Überbauungsplan, welcher bis zum 23. Dezember öffentlich aufliegt. Die Idee dazu stammt jedoch nicht von der Gemeinde: «Ein Grundeigentümer hat den Anstoss dazu gegeben», sagt Gemeindepräsident Thomas Würth. Der Überbauungsplan definiert für jedes betroffene Grundstück einen Baubereich – unter anderem mit reduziertem Grenzabstand von drei Metern. Das eröffnet den Grundeigentümern völlig neue bauliche Möglichkeiten.

Alle profitieren vom Plan

Auf Anfrage eines Grundeigentümers des betroffenen Gebietes hat der Gemeinderat den Überbauungsplan Rietbergstrasse ausgearbeitet. «Die besonderen Grundstückformen und die bereits heute unterschrittenen Gebäudeabstände verhindern den Grundeigentümern nach Regelbauweise eine bauliche Entwicklung», erklärt Würth. Damit aber nicht ein einzelner Grundeigentümer bevorzugt werde, habe man alle Betroffenen in die Erarbeitung des Plans mit einbezogen. «Fünf Grundeigentümer haben an den Gesprächen teilgenommen.» So werde niemand bevorzugt und alle profitieren. Sprich, die Grundeigentümer erhalten die Möglichkeit, auf dem begrenzten Gebiet zu bauen. «Ob sie das in näherer Zukunft planen oder nicht, ist natürlich ihnen überlassen», fügt Thomas Würth an. Mit dem Überbauungsplan seien sie öffentlich-rechtlich abgesichert.

Gebäudehöhe bleibt begrenzt

Der Überbauungsplan Rietbergstrasse sieht geringere Grenzabstände vor. «Dies ist dann wichtig, wenn ein Grundeigentümer beispielsweise das Haus um einen Stock erhöhen will», sagt Thomas Würth. Denn die Häuser lägen bereits zu nahe zusammen. «Ohne die reduzierten Abstände hätten sie diese Möglichkeit nicht.» Grenzenlos in die Höhe darf aber auch mit dem neuen Plan nicht gebaut werden. «Die Bauten müssen immer noch zonenkonform sein», erklärt Würth. Das Quartier befindet sich in der Wohnzone W2a.

Zudem sieht der Überbauungsplan vor, dass die Gebäude entlang der Rietbergstrasse mit Zwischenbauten verbunden werden dürfen. «Diese Regelung gilt jedoch nur für eingeschossige Bauten», ergänzt der Gemeindepräsident. Was bringt das den Grundeigentümern nun konkret? «Sie können beispielsweise zwischen den bestehenden Häusern eine Garage bauen», sagt Würth. Dies sei deshalb wichtig, weil der Platz im Quartier bereits knapp ist und sonst unnötig Bauland dafür geopfert werden müsste. «Wer wo etwas bauen will, ist noch völlig offen», sagt Würth.

Keine Einsprachen in Sicht

Mit dem Überbauungsplan Rietbergstrasse macht der Gemeinderat ein weiteres Mal Gebrauch vom Instrument. Zum Zweck des verdichteten Bauens dienten bereits die Überbauungspläne an der Blumenstrasse, an der Klosterstrasse und zuletzt an der Sulzstrasse/Tellstrasse. «Die innere Verdichtung in bestehenden Bauzonen ist sehr wichtig», sagt Würth. Mit Einsprachen gegen den Überbauungsplan rechnet der Gemeindepräsident nicht. «Da wir den Plan mit allen betroffenen Grundeigentümern ausgearbeitet haben, sehe ich keinen Grund dazu.»

Neue Regelungen im eingezeichneten Gebiet an der Rietbergstrasse ermöglichen neue Bauten. (Bild: pd, Grafik: sgt)

Neue Regelungen im eingezeichneten Gebiet an der Rietbergstrasse ermöglichen neue Bauten. (Bild: pd, Grafik: sgt)