GOLDACH: Minus ist kleiner als erwartet

Weniger Einnahmen bei Steuernachzahlungen und höhere Sozialkosten sind massgebliche Ursachen für den Aufwandüberschuss von 282934 Franken. Der Steuerfuss in Goldach bleibt bei attraktiven 107 Prozent.

Rudolf Hirtl
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Gemeindepräsident Dominik Gemperli und Schulpräsident Andreas Gehrig (rechts) präsentieren den Rechnungsabschluss. (Bild: Rudolf Hirtl)

Gemeindepräsident Dominik Gemperli und Schulpräsident Andreas Gehrig (rechts) präsentieren den Rechnungsabschluss. (Bild: Rudolf Hirtl)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl

@tagblatt.ch

Auch wenn 2016 für einmal kein Ertragsüberschuss erwirtschaftet wurde, so konnte Goldachs neuer Gemeindepräsident Dominik Gemperli an der gestrigen Medienorientierung dennoch eine erfreuliche Rechnung präsentieren. Erwartet wurde ein Aufwandüberschuss von 495770 Franken, geworden sind es 282934. Was einer Besserstellung gegenüber Budget von 212835 Franken entspricht.

«Die Verbesserung zum Budget wurde in erster Linie durch den geringeren Finanzbedarf der Schule (Text unten) erreicht. Weniger Einnahmen als erwartet hatten wir bei der Position Steuernachzahlungen, nämlich 673117 statt 1,020 Millionen Franken.» Steuernachzahlungen sind denn laut dem Gemeindepräsidenten kaum punktgenau zu budgetieren. Der Wegzug eines einzigen potenten Steuerzahlers beispielsweise könne sich bereits markant auswirken. Hier komme auch zum Tragen, wie die momentane Bevölkerungsentwicklung zeige, dass weniger Personen ins Dorf zu- als wegziehen würden. Dank laufender Wohnbauprojekte wird sich dieser Trend nach Meinung von Gemperli aber bald wieder umkehren.

Schuldenabbau trotz erheblicher Investitionen

Gegen 400000 Franken mehr ausgeben musste Goldach auch in den Bereichen Gemeindeanteil Pflegefinanzierung und finanzielle Sozialhilfe. Dies und weitere Mehraufwände in der Rechnung 2016 führen zu einem Bezug vom Eigenkapital von 282934 Franken. Dieses weist daher neu einen Stand von 4,621 Millionen Franken aus; dies bei Abschreibungen von 1,956 Millionen Franken. «In den vergangenen Jahren hat die Gemeindebehörde grossen Wert auf einen kontinuierlichen Schuldenabbau gelegt. Ein Weg, den ich als vernünftig erachte und den wir auch unter meiner Führung weitergehen wollen», macht Dominik Gemperli klar. Nach der Reduktion 2016 um 849000 steht die Verschuldung neu bei 19,480 Millionen Franken.

Dennoch steht die Gemeinde nicht still, weist die Investitionsrechnung 2017 (2,978 Mio.) Projekte aus, wie die Renovation Rosenacker-Turnhalle, Sanierung Möttelistrasse sowie neue Verkehrsführungen für Strassen- und Langsamverkehr. Mittelfristig stehen unter anderem die ­Sanierung Tannäcker, die Müh­legutstrasse mit SBB-Unterführung und die Tiefgarage im Zentrum im Finanzplan. Dieser sieht für 2017 und auch für die nachfolgenden vier Jahre die Beibehaltung des Steuerfusses von 107 Prozent vor. «Goldach ist gut aufgestellt und bereit für die künftigen Aufgaben», sagt Gemperli, der seine ersten sieben Wochen als sehr intensiv beschreibt. Auch weil der Gemeindepräsident von Amtes wegen zahlreichen Zweckverbänden als Präsident vorstehe.

Ausgezeichnet gewirtschaftet haben auch 2016 die Technischen Betriebe Goldach. Der Gewinn nach Abschreibung (2,256 Mio.) ist ebenso beachtlich, wie das auf 14,635 Millionen Franken gestiegene Eigenkapital. Schwarze Zahlen weist auch das Haus Mühlegut mit einem Gewinn von 220898 Franken aus. Einen Verlust (334150) muss das wegen der Bauarbeiten nicht ausgelastete Seniorenzentrum La Vita hinnehmen. Für 2017 ist ein Ertragsüberschuss prognostiziert.