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GOLDACH: Ein grosser Schritt zum Dorfumbau

Applaus fürs Projekt und viele Fragen zu Details prägen den Dorfapéro zu Vorlagen für den Umbau des Dorfzentrums. Nach Planung durch Jahrzehnte entscheiden die Bürger nun über Millionen für Strassenbau.
Fritz Bichsel
Ingenieur Markus Brühwiler erläutert gut hundert Goldachern die Projekte für ein von Autokolonnen befreites Dorfzentrum. (Bild: Fritz Bichsel)

Ingenieur Markus Brühwiler erläutert gut hundert Goldachern die Projekte für ein von Autokolonnen befreites Dorfzentrum. (Bild: Fritz Bichsel)

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Ursprüngliches Ziel war es, den Verkehr irgendwo in Goldach unter der Bahnlinie hindurchzuführen. Zum Anliegen, so das Warten vor Barrieren auf dem Weg zur und von der Autobahn zu vermeiden, kamen weitere hinzu: das Dorfzentrum wieder lebenswert machen, Verkehr innerhalb von Goldach erleichtern, auch für Fussgänger, Velofahrer, Bus und Postauto. Gemeindepräsident Dominik Gemperli erläutert den Bürgern, dass durch Jahrzehnte Varianten geprüft wurden. Dann beurteilten Experten und Gemeinderat diese als beste: zweite Strasse durchs Zentrum im Mühlegut, auf welche Verkehr bei geschlossener Barriere ausweichen kann. Mit den Vorlagen für Mühlegutstrasse samt Bahnunterführung, Bushof beim Bahnhof und Umgestaltung der Hauptstrasse sieht der Gemeindepräsident nun «eine einmalige Chance für Goldachs Zukunft». Über die Baukredite von 16,3 Mio. Franken, wovon 13,3 Mio. auf Kosten der Gemeinde, entscheiden die Bürger am 26. November.

Die Bürgerversammlung von 2016 sprach sich mit kleiner Mehrheit gegen nochmalige Prüfung anderer Varianten aus. Jetzt diskutieren Bürger nicht mehr ­Alternativen, sondern Details des Projekts Mühlegut. Das zeigt sich am Dorfapéro, nachdem Ingenieur Markus Brühwiler erläutert hatte: Die drei Teilprojekte wurden seither verfeinert und verbessert, auch aufgrund der Anliegen von Direktbetroffenen. Bürgerinnen und Bürger fragen zuerst nach Sicherheit für Kinder und ältere Leute bei Schule, Kirche, Alterssiedlung und Bibliothek, wenn der Hauptverkehr künftig zeitweise über Unteregger- und Mühlegutstrasse rollt. Der von der Gemeinde beauftragte Planer verweist auf gesicherte Übergänge und Verlegung von Parkplätzen, damit man nicht mehr rückwärts auf die Strasse fahren muss. Bürger bleiben skeptisch, empfehlen Fussgängerunterführungen im Mühlegut und am Dorfplatz. «Dafür wären lange Rampen nötig. Solche werden erfahrungsgemäss kaum benutzt», gibt Markus Brühwiler zu bedenken. Diesen Teil der Diskussion beendet Applaus für ein Bürgervotum: Kinder und Ältere müssten auch die bisherige Hauptroute auf Haupt- und Bruggmühlestrasse überqueren.

Andere Bürger bezweifeln, dass der Platz ausreicht für eine dritte Spur vor dem Kreisel am Dorfplatz, die Verlegung von Parkplätzen an der Hauptstrasse und mehr Raum für Fussgänger.

«Genügend Platz für dritte Spur und andere Parkplätze»

«Wir fanden Platz», sagt der Ingenieur. «An der Sulzstrasse blieb vor dem Neubau ein Streifen frei für die zusätzliche Spur. Auf der Hauptstrasse wird Raum frei durch Reduktion der überbreiten Fahrbahn. Davon nutzen wir jeden Zentimeter.» Dass sich der Verkehr künftig an der Verzweigung Sulz-/Bahnhofstrasse staut, weil man von dort statt vom Kreisel zu Bahnhof und Migrolino fahren muss, befürchtet er nicht. Das lasse sich recht genau berechnen. Und Änderungen wären möglich – wofür das ganze System in der Praxis getestet werde, bevor es in Betrieb gehe. «16 Mio. Franken reichen kaum. Es sind Budgetüberschreitungen wie beim Altersheim zu befürchten», wendet ein Bürger ein. «In meiner langen Laufbahn musste ich noch nie Mehrkosten rechtfertigen», beruhigt Ingenieur Brühwiler.

Den Schlussstrich zieht nochmals Applaus für die Stellungnahme eines Bürgers: «Der Zustand im Dorfzentrum ist unhaltbar. Über Fussgängerstreifen und Parkplätze kann man noch streiten. Aber das Konzept überzeugt, ist die einzig richtige Lösung.»

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