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GOLDACH: Dorfkern weiträumiger umfahren?

Von der Untereggerstrasse durch den Bahnviadukt und westlich der Goldach zur St. Gallerstrasse: Das lanciert die Ortsgemeinde Goldach als Alternative zu einer Strasse durch ihr Bauland im Mühlegut, die der Gemeinderat beantragt.
Fritz Bichsel

GOLDACH. Der Dorfkern soll westwärts wachsen im Gebiet Mühlegut. Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde als Eigentümerin des Baulandes wehrt sich vehement gegen den Plan des Gemeinderates, dort eine zweite Strasse durch das Zentrum zu bauen. Auch er will die Verkehrsprobleme wegen der Staus an den Barrieren lösen, aber anders: Mit einer Umfahrung ohne Bahnübergang südlich und westlich des Dorfkerns ausserhalb des Siedlungsgebietes.

Aufruf zu einem Nein

Die Goldacher erhalten heute ein Flugblatt. Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde begründet in diesem seinen Aufruf zu einem «Nein zur Umfahrungsstrasse Mühlegut» an der Bürgerversammlung der Gemeinde vom 21. März und erläutert seinen Alternativvorschlag «Bahnviadukt–Bruggmühle». Eine solche Umfahrung von der Untereggerstrasse unter dem Bahnviadukt hindurch und über die Zufahrt der Sportanlage Kellen zur St. Gallerstrasse würde den Dorfkern schonen, aber weiter westlich bestehendes Strassennetz im unteren Dorfteil führen.

Gegenteilige Bewertung

Der Gemeinderat beurteilt diese Variante negativ: Wegen des Umwegs bringe sie keine Lösung für den innerörtlichen Verkehr und auch keine für den öffentlichen Verkehr. Individualverkehr und Busse würden weiterhin an den Barrieren blockiert.

Ortsgemeindepräsident Rolf Heinzmann widerspricht: «Die Fahrt durchs Zentrum würde weniger als eine Minute länger. Dafür könnten alle Nachteile einer Strasse durchs Mühlegut verhindert werden: Verlagerung der Staus vom Bahnübergang zum Einlenker Bruggmühle-/St. Gallerstrasse, Verschwendung der letzten grösseren Baulandreserve, Gefahren und Lärm einer Strasse mit Schwerverkehr durch Wohngebiet.» Das Zentrum könnte so ebenfalls auf zwei Achsen durchfahren werden und würde ganz entlastet von Fahrzeugen aus Rorschacherberg, dem oberen Teil von Goldach und Untereggen sowie dem Industrieverkehr zur Blumenegg. Das Konzept für den öffentlichen Verkehr mit einem Bushof beim Bahnhof könnte auch mit dieser Variante verwirklicht werden.

Der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde erarbeitete seinen Vorschlag in Zusammenarbeit mit Ingenieuren und Verkehrsplanern. Er bewertete dabei weitere Varianten – und kam ebenfalls zu anderen Schlüssen als der Gemeinderat: Eine Unterführung des Bahnübergangs wäre möglich, wenn nur zwei Spuren tiefer gelegt und auf jeder Seite eine der beiden weiteren für Langsamverkehr und als Zufahrt zu Liegenschaften und Geschäften im Einbahnverkehr genutzt würden. Die Ortsgemeinde bevorzugt aber die Umfahrung Bahnviadukt–Bruggmühle. Sie wäre auch eine Lösung für den Fall, dass der bisher nicht gesicherte Autobahnanschluss Witen scheitert, sagt Präsident Heinzmann.

«Schneller realisierbar»

Der Gemeinderat beurteilt eine neue Strasse ohne Bahnübergang als dringend, weil die Barrieren ab 2018/19 noch länger geschlossen sein werden. Rolf Heinzmann sagt, die Variante Bahnviadukt–Bruggmühle liesse sich schneller bauen: Nach einem Nein zur Variante Mühlegut an der Bürgerversammlung 2016 liesse sich bis spätestens zur Bürgerversammlung 2017 eine neue Vorlage erarbeiten. Das Festhalten an der Variante Mühlegut würde hingegen wegen des Widerstandes von Grundeigentümern langwierigen Rechtsstreit und Enteignungsverfahren auslösen, was zehn bis fünfzehn Jahre dauern könnte.

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