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GOLDACH: Die Lebensretter der Feuerwehr

Wenn’s schnell gehen muss, ist die Feuerwehr zur Stelle. Die First-Responder-Einheit leistet in Notfällen Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintrifft, und überbrückt Minuten, die über Leben und Tod entscheiden.
Linda Müntener
Die Mitglieder der First-Responder-Einheit wurden für medizinische Soforthilfe ausgebildet – etwa im Bereich Herzrhythmusstörungen (Bild: ZVG)

Die Mitglieder der First-Responder-Einheit wurden für medizinische Soforthilfe ausgebildet – etwa im Bereich Herzrhythmusstörungen (Bild: ZVG)

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Ein Mann bricht in Goldach auf offener Strasse zusammen. Er atmet schwer – Verdacht auf Herzstillstand. Passanten alarmieren über die Notrufnummer 144 den Rettungsdienst. In der kantonalen Notrufzentrale werden ein Rettungswagen und gleichzeitig die First-Responder-Einheit der Goldacher Feuerwehr aufgeboten. Innert weniger Minuten sind drei Feuerwehrler vor Ort. Sie leisten Erste Hilfe, bis die Sanitäter eintreffen. Und überbrücken damit jene Minuten, die über Leben und Tod entscheiden.

Wie in diesem fiktiven Beispiel zählen in einer medizinischen Notfallsituation oft die ersten Minuten. «Bis ein Rettungswagen vor Ort ist, kann es aber bis zu einer Viertelstunde dauern», sagt Goldachs Feuerwehrkommandant Robert Fuchs. In solchen Fällen leisten sogenannte First-Responder-Einheiten Erste Hilfe. Aktuell gibt es 25 Einheiten im Kanton St. Gallen, im Jahr 2015 kamen sie 110-mal zum Einsatz. Meistens sind sie der örtlichen Feuerwehr angeschlossen oder direkt durch diese organisiert. Die Feuerwehr Gossau beispielsweise kennt dieses Konzept schon seit Jahren. Die First-Responder-Einheit der Feuerwehr Goldach ist seit wenigen Monaten im Einsatz. Zwölf Feuerwehrangehörige wurden von der Organisation Rettung St. Gallen speziell für medizinische Soforthilfe im Bereich Herzrhythmus- und Atemstörungen ausgebildet. Regelmässig finden Weiterbildungskurse statt. «Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen läuft hervorragend», sagt Fuchs.

Schicksale nicht zu nah an sich ran lassen

Die Feuerwehr bildet mit ihrer Arbeit ein wichtiges Glied in der Notfallversorgungskette. Alleine aufgrund der Distanzen kann ein Rettungswagen der elf Stützpunkte im Kanton St. Gallen nicht so schnell vor Ort sein wie Einheimische. «Wir sind ortskundig und wohnen alle in der Gemeinde», sagt Robert Fuchs. Was im Notfall viele Vorteile mit sich bringt, ist für die Feuerwehrler gleichzeitig eine Belastungsprobe. Denn nicht selten kennen sie die Betroffenen persönlich. «In solchen Fällen musst du als Ersthelfer eine Wand vor dir aufbauen.» Robert Fuchs, der als Angehöriger der SBB-Betriebswehr auch bei Personenunfällen am Gleis aufgeboten wird, spricht aus Erfahrung. Die Schicksale dürfe man nicht zu nahe an sich ran lassen. Das gelte insbesondere auch für die Zeit nach dem Einsatz. Hätte, wäre, könnte – an solchen Gedanken gehe man kaputt.

Fünf erfolgreiche Einsätze absolviert

Mit der medizinischen Erstversorgung kommt ein weiterer Einsatzbereich für die Feuerwehr hinzu. Der finanzielle Aufwand sei überschaubar, sagt Fuchs. Für die First-Responder-Einheit wurden nebst einem Defibrillator separate Jacken angeschafft, die sich klar von der klassischen Feuerwehruniform unterscheiden. Mit neuem Material wie etwa Atemschläuchen werden die Ersthelfer nach jedem Einsatz von der Rettung St. Gallen ausgestattet. Investitionen, die sich lohnen, findet auch der Goldacher Gemeinderat und Feuerschutzkommissionspräsident Adrian Eberle. «Nach nur wenigen Monaten kann die Einheit bereits auf fünf erfolgreiche Einsätze zurückblicken», sagt er. Nicht zuletzt steigere diese spezielle Ausbildung auch die Attraktivität der Feuerwehr als Organisation. Diese ist nach wie vor auf Nachwuchs angewiesen.

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