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GOLDACH: Die Glocken haben weiter Pause

Die Sanierungsarbeiten am Glockenstuhl im evangelischen Kirchturm liegen im Zeitplan. Dennoch verlief bisher nicht alles wie geplant. Die Sockel wurden nicht saniert, sondern vollständig erneuert.
Arcangelo Balsamo
Trotz Baustelle befinden sich die Glocken noch im Turm. (Bilder: ARC/PD)

Trotz Baustelle befinden sich die Glocken noch im Turm. (Bilder: ARC/PD)

Arcangelo Balsamo

arcangelo.balsamo@tagblatt.ch

«Immer wenn ich wissen will, wie spät es ist, schaue ich nach oben zur Uhr. Und jedes Mal stelle ich erneut fest, dass diese momentan gar nicht läuft», sagt Willi Kleinstein, Mesmer der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Goldach. Seit dem 25. September steht am Glockenturm der evangelischen Kirche die Zeit still. Der Grund sind Arbeiten im Innern des Turms. Der Glockenstuhl muss saniert werden (Ausgabe vom 21. September). Während 63 Jahren hingen fünf Kirchenglocken an der Stahlkonstruktion. Dies hat Spuren hinterlassen. Das Gerüst ist rostig. Die Sockel, auf denen die Konstruktion stand, wiesen Risse auf. Seit dieser Woche wird der Glockenstuhl mittels Sandstrahlen vom Rost befreit. Danach wird er mit Korrosionsschutz eingestrichen.

In der vergangenen Woche abgeschlossen wurde hingegen die Erneuerung der Sockel. «Anfänglich dachten wir, es genügt, wenn wir die Sockel restaurieren. Während der Arbeiten stiess man im Innern der Sockel aber auf Hausziegel. Diese hat es über die Jahre zerrissen. Deshalb mussten die Sockel komplett erneuert werden. Wahrscheinlich wurden die Ziegel bei der Errichtung verwendet, um Kosten zu sparen», sagt Kleinstein.

Der Glockenstuhl schwebt in der Luft

Um die Arbeiten am Glockenstuhl durchzuführen, wurden die Glocken von ihm abgenommen. Danach wurde der Stuhl angehoben. Nun scheint er in der Luft zu schweben. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die provisorische Stütze zwischen den neuen Sockeln.

Der Platz im Turm ist limitiert. Entsprechend sei dies die grösste Herausforderung bei den Arbeiten, sagt Kleinstein. Auf dem kleinen Raum im obersten Bereich des Glockenturms seien jeweils bis zu vier Handwerker tätig, sagt er. «Eine weitere Herausforderung ist es, das nötige Werkzeug die Treppe rauf und runter zu tragen», fügt der Mesmer an.

Obwohl der oberste Raum des Turms eng ist, wurden die Glocken für die Sanierung nicht entfernt. «Der Aufgang lässt dies nicht zu. Er ist schlichtweg zu schmal dafür», sagt Kleinstein. Zudem sind die Glocken schwer. «Zusammen wiegen sie gut 5,8 Tonnen», so der Mesmer. Vier von ihnen sind während der Bauarbeiten mit Gurten an der Decke befestigt. Die grösste Glocke steht auf dem Boden.

Während des Sandstrahlens werden die Glocken viel Staub ausgesetzt sein. Dennoch brauchen sie gemäss Kleinstein danach keine besondere Behandlung. «Wir stauben sie ab, aber das war’s dann schon.» Auf die Klangfarbe werde der Staub keine Auswirkung haben, ist er sich sicher. «Falls die Glocken danach anders klingen sollten, dann höchstens, weil auch die Klöppel saniert werden und diese danach auf eine andere Stelle der Glocke treffen als zuvor», erklärt er. Damit der Staub nicht aus dem Turm weicht und die Umgebung verdreckt, wird dieser fürs Sandstrahlen abgedichtet.

Anwohnerin kann nicht mehr einschlafen

Bis die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, haben die Glocken weiter Pause. Wer glaubt, dass die Ruhe alle Anwohner freut, irrt sich. «Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Eine ältere Anwohnerin hat mir erst kürzlich erzählt, dass sie nicht mehr einschlafen könne, weil die Glocken nicht mehr läuten. Dabei könnte man meinen, dass eher das Gegenteil der Fall sein sollte», sagt der Mesmer. Die stummen Glocken seien auch ein Thema bei Hochzeitspaaren. «Für viele stellt es ein Problem dar. Das ist durchaus nachvollziehbar. Denn eigentlich gehört das Glocken­geläute zu solch einem festlichen Anlass dazu», sagt Kleinstein. Er fügt aber an, dass die Sanierung dringend notwendig gewesen sei.

Obwohl die Sockel gänzlich ersetzt werden mussten, liege man mit den Arbeiten im Zeitplan, sagt Kleinstein. Wann die Glocken wieder in Betrieb genommen werden, könne er nicht exakt sagen. Aber eines könne er versichern: «Allerspätestens an Weihnachten läuten die Glocken wieder.»

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