Goldach - Dem Prediger wird der Schädel gespalten

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In Goldach predigte der charismatische reformierte Prediger Pelagius Amstein. Er weigerte sich dermassen konsequent, wider seine Überzeugungen zu handeln, dass er den Zorn des Abtes von St. Gallen auf sich zog. Auf dessen Druck musste Amstein, der sich geweigert hatte, die Messe zu lesen, 1525 Goldach verlassen. Fortan predigte er in Trogen, später in Arbon, und zuletzt in Altstätten. Die reformatorische Botschaft blieb bei den Goldacher Bauern bestehen, auch wenn sie nach Amsteins Abgang eine vorwiegend soziale Botschaft wurde. 1525 bis 1528 kam es immer wieder zu Zehntstreitigkeiten. Amsteins Vorgänger und Nachfolger, Balthasar von Adlikon, blieb zwar Katholik, anerkannte aber, dass gewisse Dinge in der Kirche reformiert werden müssen. 1529 setzte Zürich, das in dieser Zeit den Schirmhauptmann des Klosters stellte und deshalb über Einfluss in der Ostschweiz verfügte, in Goldach einen eigenen, von der Reformation überzeugten Prediger ein. Dieser erweckte aber den Zorn der Altgläubigen mit seiner Ablehnung der Marienverehrung. Die Katholiken erschlugen den Zürcher Prädikanten wenige Wochen nach dessen Amtsantritt. Und so wurde kurz darauf wieder Balthasar von Adlikon eingesetzt. Dieser musste sich dem evangelischen politischen Druck nach dem Sieg der Reformierten im Ersten Kappeler Landfrieden beugen und bekannte sich fortan zum neuen Glauben. 1531 änderten sich die Vorzeichen mit dem Zweiten Kappelerkrieg und dem Sieg der Katholiken erneut. Goldach folgte dem Aufruf des Abtes und kehrte zum papsttreuen Glauben zurück. Damit war die Reformation in Goldach vorbei. (hrt)

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