GOLDACH: Bis zur Premiere gibt’s viel zu tun

Schauspielern, Singen, Tanzen, aber auch Hämmern, Nähen und Kochen steht in der Sonderwoche fürs Musical «Yladanath» an. Schulleiter Elmar Hürlimann erklärt, warum dies für die Schüler so wertvoll ist.

Jolanda Riedener
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Die Requisitengruppe stellt einen Drachenkopf aus Kleister her.

Die Requisitengruppe stellt einen Drachenkopf aus Kleister her.

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Eine junge Frau liegt regungslos am Boden. Acht Schülerinnen laufen in zwei Reihen zu ihr hin und heben sie vorsichtig in die Höhe. Wie auf einer Bahre wird sie weggetragen. «Diese Szene ist sehr schwierig zu spielen», sagt Oberstufenlehrer Georg Göggel. Sie handelt von Tod und Trauer.

Diese Woche findet die erste Sonderwoche der Oberstufe Goldach zum Musical «Ylanadath» statt. Ylanadath, das ist ein Ort für alle Menschen, von ihm handelt das Fantasymusical – auch von Gut und Böse, Freundschaft und Liebe. Geschrieben haben es Lehrerinnen und Lehrer der Oberstufe und Musikschule. Für die Eigenproduktion haben sie auch eigens zwei Lieder komponiert.

Bereits im Januar hat das Casting für die Hauptdarsteller stattgefunden. Sechs Rollen sind doppelt besetzt, sie werden sich die Auftritte teilen. «Wir haben sehr viele gute Sängerinnen und Sänger», sagt Lehrerin Sarina Lendi. Aber nicht nur Sänger und Schauspieler sind ins Musical involviert. Alle 300 Oberstufenschüler tragen ihren Teil bei: Neben Tanz, Akrobatik, Chor und Band wird an Bühnenbild, Kostümen, Requisiten und Catering gearbeitet. Auch beim Auftritt der Musicalproduktion, für Programmheft und Web sowie Fotografie und Video sind die Schüler tätig.

Spezielle Förderung der Sängerinnen und Sänger

«Die Schülerinnen und Schüler konnten wählen, in welchem Bereich sie tätig sein wollen», sagt Schulleiter Elmar Hürlimann. Während im Werkraum vor allem Buben fürs Bühnenbild sägen und hämmern, überwiegen Mädchen beim Einstudieren der Tanzchoreografien. Jene Schüler, die Hauptrollen spielen, sind gezielt im Sologesang gefördert worden. «Wer grössere Rollen spielt, muss auch in der Freizeit üben», sagt Hürlimann.

Dass sie daheim etwas fürs Projekt tun müssen, fänden sie nicht schlimm, sind sich die Schülerinnen einig. Je zwei Erst- und Zweitklässlerinnen teilen sich die Hauptrollen von Arinya und Cala. Besonders vergangene Woche hätten sie noch viele Prüfungen gehabt, das sei manchmal schon streng. «Aber es reicht ja, wenn ich mir den Text jeden Tag für ein paar Minuten anschaue», sagt eine der Arinya. Jedenfalls mache es ihnen mega Spass: «Ich wollte unbedingt Singen, so habe ich mich für die Rolle beworben», sagt eine andere Schülerin.

Laut Elmar Hürlimann machen die Schüler während der Musicalvorbereitungen wertvolle Erfahrungen: «Das Gemeinschaftserlebnis ist wichtig. Jeder Schüler ist ein Rad, welches das Ganze zum Laufen bringt.» Da alle Workshops klassen- und stufenübergreifend sind, würden sich die Schüler neu kennen lernen. «Das gibt einen besonderen, positiven Drive an der Schule.»

Nach zwei Wochen Unterrichtszeit folgt ab dem 19. Juni die zweite Sonderwoche mit Proben in der Wartegghalle. Für das Musical und die Sonderwochen verfügt die Schule über ein Budget von 80000 Franken. Dieses Jahr wird es erstmals neben den Eintritten von Sponsoren getragen. «Für die Anmietung der Technik benötigen wir die grösste Summe», sagt Hürlimann. Eine gute Tonqualität sei unverzichtbar.