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GOLDACH: Baumfrevel an der Florastrasse

Um Platz für Mehrfamilienhäuser zu schaffen, wurden an der Florastrasse in Goldach alte Kirschbäume gefällt; brachial mit dem Bagger. Zaungäste, die das beobachtet haben, zeigen sich entsetzt.
Rudolf Hirtl
Pascal Eichenberger ist entsetzt über den lieblosen und unprofessionellen Umgang mit den Bäumen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Pascal Eichenberger ist entsetzt über den lieblosen und unprofessionellen Umgang mit den Bäumen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Bagger arbeitet sich Schaufel für Schaufel durch das Gemäuer der ehemaligen Goldacher Quartierbeiz Ochsengarten. Albin Streule, der hier von 2007 bis 2011 wirtete, steht mit seinem Sohn Jaris daneben und beobachtet die Abbrucharbeiten mit einem Seufzer. «Wenn ich das gewusst hätte, wär ich länger geblieben», sagt er. Er spricht damit den Umstand an, dass er sich etwas Neues suchen musste, als bekannt wurde, dass das Restaurant abgerissen wird und einem Mehrfamilienhaus weichen muss. Einsprachen haben dann den Baubeginn von 2012 bis 2016 verzögert. «Ich wollte meinem Sohn das alles nochmals zeigen. Schliesslich wurde er hier geboren und wir hatten hier eine tolle Zeit», sagt er und blickt mit glänzenden Augen auf die Überreste des «Ochsengartens».

Die Augen von Jaris glänzen auch. Aber vor Freude, denn einer der Bauarbeiter zieht einen kleinen, bunten Bären aus dem Bauschutt und gibt ihn dem Neunjährigen. Albin Streule, der heute im Ausflugsrestaurant Weid in Heiden wirtet, zu dem auch eine Forellenzucht gehört, lächelt zufrieden. «Das ist eine schöne Erinnerung, die mit Sicherheit einen Ehrenplatz bei uns erhalten wird.»

Wertvolle Bäume lieblos niedergerissen

Weitaus weniger glücklich ist der Gesichtsausdruck von Pascal Eichenberger. Er blickt fassungslos auf die zu einem Haufen aufgetürmten Bäume, die auf dem Grundstück weichen mussten, um den Elf-Familien-Haus Platz zu machen. Darunter auch zwei gegen 90jährige Kirschbäume. «Die Bäume wurden von der Baggerzange gepackt, dann abgesägt und ohne sie abzuasten übereinander geschmissen. Bei diesem Anblick kommen mir die Tränen», entrüstet sich der Rheinecker Gärtner. Das wertvolle Holz sei so nicht mehr zu gebrauchen. «Insbesondere beim Holz der Kirschbäume hätte sich jeder Schreiner die Finger abgeleckt.» Er habe im Vorfeld auch Interesse an den Stämmen angemeldet und die Baufirma habe auch zugesagt, die Bäume fachmännisch fällen zu lassen. Was aus diesem Versprechen geworden sei, könne nun ja jedermann sehen.

Die Bäume auf den Baugrundstücken Florastrasse 9 und 10 waren weder in der alten Schutzverordnung enthalten noch sind sie in der neuen zum Schutz vorgesehen. Im Goldacher Baureglement gibt es keine speziellen Vorschriften betreffend Umgang mit nicht geschützten Bäumen. Laut Gemeindeschreiber Richard Falk ist es alleinige Sache der Grundeigentümer, wie sie mit ihrem Eigentum verfahren. Beim Bauherrn, ein Rorschacherberger Architekturbüro, heisst es auf Anfrage, dass man die Bäume gerne gratis abgegeben hätte, hätte man vom Interesse gewusst. «Wenn immer möglich, versuchen wir bei der Planung alte Bäume im Bauprojekt einzubinden und zu erhalten. In diesem Fall war dies aber nicht möglich.» Mit der Gemeinde sei aber vereinbart worden, das Grundstück wieder aufzuforsten.

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