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GOLDACH: Astronaut Claude Nicollier: "Das erste Mal im Weltraum zu sein, ist überwältigend"

Der Astronaut Claude Nicollier referierte am Mittwoch in der Wartegghalle. Im Weltall hatte der Astrophysiker stets ein Stück Ostschweiz dabei.
Rossella Blattmann
Der einzige Schweizer, der je im Weltall war: Claude Nicollier im Jahr 2009 (links) und 1989. (Bild: Gaetan Bally, Karl-Heinz Hug/Keystone)

Der einzige Schweizer, der je im Weltall war: Claude Nicollier im Jahr 2009 (links) und 1989. (Bild: Gaetan Bally, Karl-Heinz Hug/Keystone)

Rossella Blattmann

rossella.blattmann@tagblatt.ch

Weltraum, Raketen, fremde Galaxien: Für viele ein Traum. Für Claude Nicollier (73) Realität. Nicollier ist der einzige Schweizer, der je im Weltall war. Als Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) war er in Kooperation mit der Nasa viermal im All. Am Mittwochabend hielt der Stargast anlässlich der 129. Delegiertenversammlung des Kantonalen Gewerbeverbands St. Gallen ein Referat. Das «Tagblatt» hat den Lausanner Professor vor seinem Vortag zum Gespräch getroffen.

Claude Nicollier, Sie sind heute hier in Goldach. Wann waren Sie das letzte Mal in der Ostschweiz?

Genau weiss ich das nicht mehr. Früher, als ich noch Militärpilot war, sind wir oft in die Ostschweiz geflogen. Für uns Welsche war das nicht immer ganz einfach (lacht).

Warum?

Wir mussten das bergige Ostschweizer Gelände im Kopf haben. Damals arbeiteten wir noch mit Karten. GPS gab es noch nicht. Ich bin übrigens auch ein Fan von Appenzeller Musik.

Erzählen Sie.

Ich mag die Volksmusik der Streichmusik Alder sehr. Die hatte ich auch auf all meinen vier Weltraumflügen dabei. Die «Birewegge-Polka» höre ich besonders gern.

Spielen Sie auch selber ein Instrument?

Ja. Als ich als Astronaut in Houston war, habe ich begonnen, Alphorn zu spielen. Das Alphorn habe ich aber nicht mit auf meine Weltraumflüge genommen. Es war zu gross. Und solche sehr brennbaren Objekte durften wir ohnehin nicht dabei haben.

1992 unternahmen Sie ihren ersten Weltraumflug. Was war das für ein Gefühl, zum ersten Mal im Weltall zu sein?

Um als ESA-Astronaut mit der Nasa in dem Weltraum zu fliegen, braucht es viel harte Arbeit und Disziplin. Nach all den Jahren Training dann endlich das erste Mal tatsächlich im Weltraum zu sein, ist überwältigend.

Inwiefern?

Das erste mal den Planeten Erde von aussen zu sehen, war sehr eindrucksvoll. Ausserdem war es besonders, zum ersten Mal am eigenen Körper die Schwerelosigkeit zu erfahren. Dieses Gefühl kann man auf der Erde nicht trainieren.

Heute arbeiten Sie als Professor an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit den Studenten am besten?

Ich gebe einen Wahlkurs auf Mastersniveau, der für alle Ingenieure offen ist. Ich durfte in meinem Leben so viel lernen und so viel erleben. Mein Wissen an die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern weiterzugeben, ist einmalig und ein grosses Privileg für mich.

Sie sind mit Ihren 73 Jahren körperlich und geistig in Topform. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich habe schon immer ein «healthy life», ein gesundes Leben, geführt. Ich achte auf eine ausgewogene Ernährung, und treibe viel Sport. Am liebsten spiele ich Tennis. Ausserdem liebe ich das, was ich tue. Das war schon immer so. Ich denke, dass das eine Grundvoraussetzung für einen gesunden Geist und einen gesunden Körper ist.

Vernachlässigen wir Menschen durch die wachsende Forschung des Weltraums die Erde?

Wir Menschen profitieren von der Weltraumforschung und können so viel über uns selbst lernen. Dennoch ist es von zentraler Bedeutung, dass wir nicht vergessen, den Planeten, auf dem wir leben, zu respektieren und uns um ihn zu sorgen.

Der Schweizer Astronaut und Astrophysiker Claude Nicollier hielt in der Wartegghalle in Goldach einen Vortrag. (Bild: Rossella Blattmann)

Der Schweizer Astronaut und Astrophysiker Claude Nicollier hielt in der Wartegghalle in Goldach einen Vortrag. (Bild: Rossella Blattmann)

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