«Götti» und «Gotti» begrüssen Neuzuzüger

Die Gemeinde Goldach führt ein «Götti»-System für Migrantinnen und Migranten ein. Neuzuzüger werden in ihrer Muttersprache begrüsst.

Lea Müller
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GOLDACH. Schule, Abfallentsorgung, Freizeitangebote und Vereine – wer neu in eine Gemeinde zieht, muss sich über viele Angebote und Regeln am neuen Wohnort informieren. Dafür gibt es in den Gemeinden der Region Rorschach Informationsbroschüren, zum Teil in bis zu zehn verschiedenen Sprachen.

Dennoch bestehe für Neuzuzüger aus dem Ausland ein zusätzlicher Informationsbedarf, schreibt der Goldacher Gemeinderat in der neusten Ausgabe des «Wellenbrechers». Deshalb habe er auf Antrag der Arbeitsgruppe Integration ein «Götti»-System für Migrantinnen und Migranten genehmigt. Integration durch Information ist das Ziel.

Treffen im ersten Monat

Neuzuzüger aus dem Ausland erhalten einen «Götti» oder ein «Gotti». Diese Bezugspersonen sind laut Gemeinderat gut integrierte oder bereits eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer. «Sie kennen die Situation der Migranten aus eigener Erfahrung, wissen über deren Kultur Bescheid und sprechen insbesondere deren Sprache.» Das Treffen findet innerhalb eines Monats nach dem Zuzug statt. Gemeinsam wird die Informationsmappe studiert und diskutiert. Im persönlichen Gespräch können Fragen beantwortet werden. Ziel sei es auch, die Migranten zum Besuch eines Deutschkurses zu motivieren. Nach dem Besuch sollen die «Göttis» und «Gottis» weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Start nach den Sommerferien

Die Arbeitsgruppe Integration unter Leitung von Gemeinderätin Jacqueline Schneider hat laut «Wellenbrecher» schon viele «Göttis» und «Gottis» gefunden. Bereits 15 Sprachen seien abgedeckt. Die Arbeit werde mit einer kleinen Fallpauschale abgedeckt. Das Projekt startet nach den Sommerferien. Die Arbeitsgruppe rechnet mit wiederkehrenden Kosten von rund 3700 Franken pro Jahr.

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