Glücksfall für ein Hilfsprojekt

Ein Kunstsammler hat dem Dorfkomitee in Horn 140 Aquarelle, Ölbilder, Kunstdrucke und Lithographien geschenkt. Mit dem Verkauf könnten 30 000 Franken für Kinder in der Ukraine zusammenkommen.

Drucken
Teilen
Ein Bild von Santiago, das zugunsten des Rehabilitationszentrums in Transkarpatien verkauft wird. (Bild: zVg)

Ein Bild von Santiago, das zugunsten des Rehabilitationszentrums in Transkarpatien verkauft wird. (Bild: zVg)

HORN. In der Thurgauer Exklave Horn gibt es ein Dorfkomitee mit Vertretern beider Kirchgemeinden, der Schulgemeinde und der politischen Gemeinde. Mit der Durchführung des Dorfznachts bei der Schulschlussfeier, einem Spaghettizmittag Ende November und anderen Anlässen wird von diesem Komitee zwei Jahre lang Geld gesammelt für ein Hilfsprojekt im Ausland; zuletzt für den Bau einer Bäckerei in Ecuador, zuvor für den Bau einer Schule in Kenia. Seit dem ersten Adventssonntag 2014 wird Geld gesammelt für ein Rehabilitationszentrum in der Ukraine für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung. Das Rehabilitationszentrum in Transkarpatien trägt den Namen «Vergissmeinnicht».

140 Bilder geschenkt

Als das Projekt im Kirchgemeindehaus in Horn Ende November von Männern aus der Ukraine vorgestellt wurde, sass auch ein Kunstsammler und ehemaliger Galerist unter den Zuhörern. Er fand das Projekt sympathisch, weil Kinder unterstützt werden. Im Gespräch mit der Ostschweiz am Sonntag erzählt der Kunstsammler, der «unter keinen Umständen» beim Namen genannt werden will, warum er dem Dorfkomitee 140 Bilder von zum Teil bekannten Kunstschaffenden geschenkt hat. Ihm sei es in den vergangenen Jahren gut gegangen. Seine Galerien in St. Gallen und im Kanton Graubünden hat er mittlerweile verkauft oder aufgelöst. Was blieb, ist ein Fundus an Kunstwerken. «Zuerst wollte ich mit Freunden noch eine kleine Galerie eröffnen und diese Bilder verkaufen», sagt der ehemalige Galerist. Doch diese Idee habe sich zerschlagen. «Die Enkel wollen gehütet werden», sagt der Pensionär. Da kam ihm ein alter Gedanke wieder in den Sinn: Die Bilder könnte er für soziale Zwecke weitergeben. Der Sammler kontaktierte hiefür den evangelischen Pfarrer Tibor Elekes und teilte ihm die Idee des Bilderverkaufs für das Horner Dorfprojekt mit.

Ausstellung an vier Tagen

In der Folge wurden die 140 Kunstwerke besichtigt, mit dem Schätzpreis verglichen und mit einem weit darunter liegenden Verkaufspreis versehen. Im Kirchgemeindehaus wird eine Ausstellung zusammengestellt, und die Bilder werden verkauft. Darunter befinden sich Werke von Hans Erni, Theo Glinz, Walter Dick, Ludwig Demarmels, Ernst Tinner und Rolf Knie. Werden alle Kunstwerke verkauft, erhält das Dorfkomitee fürs Projekt gut 30 000 Franken. (dwi)

Vernissage: 26. März, 19 Uhr im Kirchgemeindehaus Horn. Ausstellung: 27. und 28. März, 15 bis 21 Uhr; 29. März, 14 bis 17 Uhr