GLP will ihre zwei Sitze verteidigen

Im Wahlkreis St. Gallen-Gossau steigen die Grünliberalen mit zwei Listen in die Kantonsratswahlen. Dafür haben sie 22 Kandidierende nominiert. Erklärtes Ziel ist dabei, die Sitze von Sonja Lüthi und Martin Wicki zu halten.

Claudia Schmid
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Sitzen für die Grünliberalen aus dem Wahlkreis St. Gallen-Gossau bereits im Kantonsrat: Sonja Lüthi (St. Gallen) und Martin Wicki (Andwil). (Bild: Benjamin Manser)

Sitzen für die Grünliberalen aus dem Wahlkreis St. Gallen-Gossau bereits im Kantonsrat: Sonja Lüthi (St. Gallen) und Martin Wicki (Andwil). (Bild: Benjamin Manser)

«Auch wenn die Verteidigung der beiden Sitze im Vordergrund steht, haben wir uns vom Ziel der Fraktionsstärke im Kantonsrat noch nicht verabschiedet. Ein allfälliger zusätzlicher Sitz im Wahlkreis St. Gallen-Gossau wäre ein grosser Schritt in diese Richtung», erklärt Martin Wicki. Zurzeit erreichen die fünf grünliberalen Kantonsrätinnen und Kantonsräte zusammen mit der BDP die für eine Fraktion erforderliche Mindestzahl von sieben Mitgliedern. Neben den zwei Sitzen im Wahlkreis St. Gallen-Gossau hält die GLP in den Wahlkreisen Sarganserland, See-Gaster und Wil je einen Sitz.

Wieder mit einer jungen Liste

Obwohl die Grünliberalen bei den Nationalratswahlen mit der Abwahl von Margrit Kessler eine herbe Niederlage hinnehmen mussten, steigen sie im Wahlkreis St. Gallen-Gossau mit Elan und Zuversicht in den Kantonsrats-Wahlkampf. «Wir haben im letzten Herbst nicht nur Verluste erlitten. Auf Wahlkreisebene haben die Jungen Grünliberalen einen beachtlichen Zuwachs an Stimmen erreicht», betont Sonja Lüthi. Um die positiven Resultate der Nationalratswahlen zu bestätigen, trete die Jung-GLP mit einer eigenen Liste an.

Ins Rennen steigen auf der Hauptliste 16 Kandidatinnen und Kandidaten (siehe Kasten). Neben den beiden bisherigen Kantonsräten Sonja Lüthi und Martin Wicki stellen sich weitere zehn Männer und vier Frauen zur Wahl. Sie sind zwischen 31 und 55 Jahre alt und repräsentieren verschiedenste Berufsgruppen. Die Jung-GLP hat sechs ihrer Mitglieder für die Kantonsratswahlen nominiert. Ihre Jahrgänge bewegen sich zwischen 1988 und 1994.

Politisch erfahren

Die GLP habe bei der Nomination für die Kantonsratswahlen vom 28. Februar nicht das Ziel verfolgt, möglichst viele Namen auf die Liste zu setzen, erklärt Martin Wicki. «Alle unsere Nominierten sind motiviert und aktiv am Wahlkampf beteiligt. Sie alle sind bereit, sich im Falle einer Wahl mit Engagement im Parlament einzusetzen. Niemand steht nur als Lückenfüller auf der Liste.» Viele der Kandidatinnen und Kandidaten hätten bereits politische Erfahrung, ergänzt Sonja Lüthi. «Die einen politisieren im St. Galler Stadtparlament, andere üben parteiintern Ämter aus.»

Im Wahlkampf wolle die GLP aufzeigen, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und einer nachhaltigen Verkehrspolitik leiste, betonen die beiden Bisherigen. «Im Kern grün und im Handeln liberal», suche die Partei Wege, Umweltaspekte, Soziales und wirtschaftliche Interessen im Gleichgewicht zu halten.

In die zweite Amtsdauer

Martin Wicki wurde vor vier Jahren in den Kantonsrat gewählt. Er präsidiert die GLP-Kreispartei St. Gallen-Gossau. Umweltschutz schliesse wirtschaftliche Entwicklung nicht aus, ist der 51-Jährige überzeugt. «Die Grünliberalen setzen sich für ökologische und ökonomische Anliegen gleichermassen ein. Diese haben dieselbe Priorität, und das gefällt mir an meiner Partei.»

Sonja Lüthi ist im letzten Juni in den Kantonsrat nachgerutscht. Sie ersetzte dort als erste Ersatzkandidatin Karin Ilg, die nach Rapperswil-Jona gezogen war. Einige Monate lang übte sie ein Doppelmandat aus, erklärte jedoch auf Ende 2015 den Rücktritt aus dem St. Galler Stadtparlament, dem sie seit November 2012 angehört hatte.

Weshalb engagiert sie sich für die Politik der Grünliberalen? «Die GLP verknüpft meine drei zentralen Anliegen. Mir liegen nämlich die Ökologie, nachhaltiges Wirtschaften und soziale Verantwortung ganz besonders am Herzen», sagt die 34-Jährige im Gespräch.

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