GLP strebt Fraktionsstärke an

Die Grünliberalen treten mit einer Hauptliste und einer Jungen Liste an zu den Erneuerungswahlen ins Stadtparlament vom 25. September. 2012 holten die Grünliberalen vier Sitze, jetzt treten sie dank eines Übertritts mit fünf Bisherigen an.

Daniel Wirth
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Werden die Bisherigen am 25. September alle wiedergewählt, haben die Grünliberalen in der nächsten Legislatur Fraktionsstärke: Parteipräsident Daniel Rüttimann, Thomas Brunner, Zsolt Ferenc Takacs, Christoph Wettach und Nadine Niederhauser (von links). (Bild: Ralph Ribi)

Werden die Bisherigen am 25. September alle wiedergewählt, haben die Grünliberalen in der nächsten Legislatur Fraktionsstärke: Parteipräsident Daniel Rüttimann, Thomas Brunner, Zsolt Ferenc Takacs, Christoph Wettach und Nadine Niederhauser (von links). (Bild: Ralph Ribi)

Der 54jährige Zsolt Ferenc Takacs, der im Laufe dieser Legislatur als Ersatz auf der Liste der SVP ins Parlament nachgerückt war, ist ab sofort ein Grünliberaler – nachdem er in einigen Sitzungen als Parteiloser in der Fraktion von SP, Juso und PFG politisiert hatte. «(…) Während seinen politischen Lehr- und Wanderjahren machte Takacs die Erfahrung, dass er sich mit einer Fraktion am äusseren rechten Rand nicht identifizieren konnte. (…) Auch zu den regulierungsfreudigen Genossen am anderen Ende des politischen Spektrums mochte eine Unternehmerpersönlichkeit nur teilweise passen (…).», schreibt die GLP zum Parteieintritt Takacs'. Der Vorstand der Grünliberalen der Stadt freue sich, dass Takacs nach seiner «Odyssee» nun doch noch eine sachlogische Polit-Heimat gefunden habe. Takacs hat sich im Stadtparlament keinen Namen gemacht mit Wortmeldungen, vielmehr mit Vorstössen, die er zurückzog, bevor sie behandelt worden sind. Mit ihm in den Reihen treten die Grünliberalen mit fünf Bisherigen an. Werden alle wieder gewählt, kann die GLP in der Legislatur 2017–2020 mit einer eigenen Fraktion politisieren im Rat.

Ziel: Fünf Sitze halten

Der Name Takacs steht wie diejenigen der Bisherigen Thomas Brunner, Nadine Niederhauser, Daniel Rüttimann und Christoph Wettach zuoberst auf der GLP-Hauptliste. Rüttimann und Niederhauser rückten nach für Daniel Weder und Sonja Lüthi, die zurückgetreten waren.

Die Grünliberalen wollen ihre fünf Sitze halten, das heisst, einen mehr gewinnen als vor vier Jahren. Sie streben dieses Ziel mit zwei Listen an. Die Junge Liste erachten die Grünliberalen für notwendig, weil junge Kandidierende auf gemischten Listen von gleichaltrigen Wählerinnen und Wählern nicht wahrgenommen würden. Das halbe Dutzend «Nachwuchstalente» und die 26 Kandidatinnen und Kandidaten auf der Hauptliste würden ihre grünliberalen Grundwerte der Ökologie, Ökonomie, des Sozialen sowie der liberalen Haltung verbinden, sagte Christoph Wettach gestern in der «Militärkantine» bei der Präsentation des Kandidatenfeldes und der Wahlziele. Der Einsatz für den sorgfältigen Umgang mit natürlichen Ressourcen und für wirtschaftsfreundliche Bedingungen gehöre ebenso dazu wie das Engagement für gesellschaftsliberale Werte. Sämtliche neu kandidierenden Frauen und Männer werden auf beiden Listen in alphabetischer Reihenfolge geführt.

Aus allen Stadtteilen

Nadine Niederhauser sagte, auf den GLP-Listen befänden sich Namen von Kandidierenden aus allen Stadtteilen. Auch die Berufe der Kandidaten seien vielfältig. Dass zwei Teilzeit-Hausmänner kandidierten, sei quasi Programm der GLP, die sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen will.

Für eine bessere Wahrnehmung

Thomas Brunner, der seit acht Jahren für die GLP im Stadtparlament sitzt, erklärte, weshalb es für die Grünliberalen von Bedeutung sei, als eigenständige Fraktion im Stadtparlament politisieren zu können. «Wir würden besser wahrgenommen», sagte Brunner. Um ihre fünf Sitze verteidigen zu können, müsste die GLP im Vergleich zu 2012 ihren Wähleranteil steigern. Parteipräsident Daniel Rüttimann erklärte, er sei zuversichtlich, dass dies gelinge. 2012 habe sehr wenig gefehlt, und der fünfte Sitze wäre Tatsache gewesen, sagte er.