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Glocken-Fundis fehl am Platz

Der St. Galler Glockenstreit ist auf dem besten Weg zur Eskalation. Die Tonlage in Leserbriefen ist entrüstet: Von «Glockenterror» Geplagten wird wie im Kalten Krieg das Auswandern empfohlen.

Der St. Galler Glockenstreit ist auf dem besten Weg zur Eskalation. Die Tonlage in Leserbriefen ist entrüstet: Von «Glockenterror» Geplagten wird wie im Kalten Krieg das Auswandern empfohlen. Es scheint, als wecke die Forderung nach dem nächtlichen Schweigen der Glocken Ängste vor dem Untergang des Abendlandes.

Erstaunlich ist weiter, dass Kirchenvertreter mit ihren Äusserungen den Glockenstreit noch anheizen. Es spricht nicht für eine Position der Stärke, die IG Stiller zu verunglimpfen.

Gewiss ist diese kein Verein von Chorknaben. Auf der Homepage wird rasch sichtbar, dass sie nicht wählerisch ist in der Wahl der Mittel für ihr Anliegen.

Damit bleiben beide Parteien letztlich den Beweis schuldig, dass es ihnen um die Sache geht. Für die Kirchen gilt: Man muss über das Abstellen einer akustischen Zeitangabe unvoreingenommen reden können, wenn diese aufgrund der allgegenwärtigen Uhren keine Funktion mehr hat.

Die IG Stiller ihrerseits macht sich höchst unglaubwürdig, wenn sie mit Plakaten auf den Anti-Minarett-Zug der SVP aufspringt.

Beiden Parteien ist zu sagen: Zurück zur Sache. Will man im Glockenstreit etwas erreichen, muss man miteinander Lösungen finden. Glocken- und Anti-Glocken-Fundis haben hier ebenso wenig zu suchen wie andere Fundamentalisten.

Daniel Klingenberg

d.klingenberg@tagblatt.ch

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