Gleiches Angebot ohne Steuergelder

Die Schliessung der Entsorgungsfachstelle Bodensee in Rorschach wird rundum bedauert. Business House hat Ende 2009 den Zuschlag gegen mehrere Anbieter erhalten, konnte das langfristige Ziel, selbsttragend zu sein, aber nicht umsetzen.

Rudolf Hirtl
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RORSCHACH. Gemäss Goldachs Gemeindepräsident Thomas Würth, er ist auch Sprecher der weiteren Trägergemeinden Tübach, Rorschach und Rorschacherberg, ist fälschlicherweise der Eindruck entstanden, dass der höhere Personalaufwand, der zu Mehrkosten von 150 000 Franken führt, auch die Kosten für die ausgesteuerten Arbeitslosen im Beschäftigungsprogramm beinhalte. Fakt sei jedoch, dass diese Lohnkosten direkt von der Sozialhilfe bezahlt wurden und daher zusätzlich zu den Gemeindebeiträgen anfielen. «Der erhöhte Personalaufwand ist nur bei den Angestellten von Business House entstanden.» Auf die Beschäftigung ausgesteuerter Arbeitsloser habe die Schliessung keinen Einfluss. Die Gemeinden würden auch weiterhin mit Business House und anderen Anbietern zusammenarbeiten und über die Sozialhilfe dafür sorgen, dass die Betroffenen einem geregelten Tagesablauf nachgehen können.

Laut Thomas Würth war geplant, die Entsorgungsfachstelle nach einer Anlaufzeit ohne Beiträge der Gemeinden zu führen. Business House habe vor seinem einseitigen Entscheid über die Schliessung die Möglichkeit erhalten, Massnahmen für einen kostengünstigeren Betrieb aufzuzeigen; eine tragbare Lösung sei aber leider nicht gefunden worden. Die Firmen Bleiker in Staad und Zingg in Tübach würden vergleichbare Entsorgungsfachstellen auf privater Basis ohne Gemeindebeiträge betreiben. «Würde ein einzelner Betreiber mit 190 000 Franken subventioniert», so Würth, «wäre dies eine klare Wettbewerbsverzerrung.»