Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

GLEICHBERECHTIGUNG: St.Galler Aktion zum Frauentag: Sag's mit einer Mimose

Aus Anlass des Internationalen Frauentags haben Frauenorganisationen auf dem St.Galler Bärenplatz am Donnerstagabend Mimosen an Passantinnen verteilt. Den Brauch aus dem Süden hat die Politische Frauengruppe (PFG) in den 1990er-Jahren eingeführt. Er sei heute so aktuell wie damals, sagen die Organisatorinnen.
Reto Voneschen
Frauenorganisationen verteilen am Donnerstag auf dem Bärenplatz Mimosen zum Internationalen Frauentag. (Bild: Michel Canonica)

Frauenorganisationen verteilen am Donnerstag auf dem Bärenplatz Mimosen zum Internationalen Frauentag. (Bild: Michel Canonica)

Die Aktivistinnen, die auf dem Bärenplatz Mimosen an Passantinnen verteilen, sind am Donnerstag, vor 18 Uhr, ausnehmend guter Laune. Die Aktion sei auch in diesem Jahr auf viel Interesse und ein gutes Echo gestossen, begründet Andrea Hornstein, PFG-Stadtparlamentarierin und Mitglied des «Komitees 8. März». Viele Frauen seien ganz bewusst auf den Bärenplatz gekommen, und auch die meisten anderen hätten gewusst, wieso sie hier mit Mimosen beschenkt würden.

«Feminismus ist wieder wichtig»

Die Notwendigkeit des Frauentags sei unbestrittener als auch schon, sagt Andrea Hornstein. Vor einigen Jahren noch hätten vor allem jüngere Frauen auffallend wenig Interesse an den Aktionen zu diesem Tag gehabt. Ihnen schien in Frauenfragen alles in die richtige Richtung zu laufen. Andrea Hornstein: «Das sieht heute wieder etwas anders aus!» Die weltweite Aktion «#MeToo», aber auch die Diskussionen über unterschiedliche Löhne und über fehlende Chancengleichheit für Mann und Frau im Inland hätten viele ältere und jüngere Frauen sensibilisiert.

Ein Strauss gelb leuchtende Mimosen. (Bild: Michel Canonica)

Ein Strauss gelb leuchtende Mimosen. (Bild: Michel Canonica)

Feminismus sei heute unter ihnen wieder ein wichtiges Thema. Und das sei auch richtig so, hielt am Donnerstag die langjährige PFG-Aktivistin Judith Pekarek im Gespräch fest: Frauen müssten sich weiterhin für ihre Rechte engagieren. Dass dies nötig sei, habe beispielsweise der Ständerat erst kürzlich bewiesen: Minimale Vorschläge des Bundes zur Verbesserung der Situation bei der Lohngleichheit hätten keine Mehrheit gefunden, sondern seien an die vorberatende Kommission zurückgewiesen worden.

Frauenorganisationen ziehen am gleichen Strick

In St.Gallen werden zum Frauentag seit rund 25 Jahren Mimosen verteilt. Am Abend gibt es dann jeweils Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und ein Frauenfest. In diesem Jahr stand der politische Teil des Abendanlasses im Raum für Literatur unter dem Obertitel «Feminismus heute». Die Mimosen zum Frauentag nach St.Gallen geholt hat die 1981 gegründete Politische Frauengruppe. Sie hat in den 1990er-Jahren auch begonnen Mimosen zu verteilen. Heute wird der Frauentag gemeinsam von verschiedenen lokalen Frauenorganisationen auf die Beine gestellt. Mit von der Partie waren am Donnerstag neben der PFG das Frauenarchiv, der Frauenpavillon, die Jungen Grünen, die Juso, die SP-Frauen und die Frauenbibliothek Wyborada.

Wieso ausgerechnet Mimosen?

Das heute in der Schweiz zum Frauentag ausgerechnet Mimosen verteilt werden, hängt mit der Tradition des italienischen «Festa della Donna» zusammen. Am 8. März werden im Süden seit über 100 Jahren Frauen als Zeichen der Aufmerksamkeit mit Blumen beschenkt. Dass das die leuchtend gelben Mimosen sind, hat einen rein botanischen Grund: Die Mimose ist nämlich die erste Blume, die im Frühling in grosser Zahl blüht. Und da sie auf Sträuchern wächst, kann man sie gut als Zweig abschneiden und verschenken. Mimosen sind erheblich robuster als andere früh blühende Gartenblumen wie etwa Tulpen.

In St.Gallen ist das Echo bei den mit Mimosen beschenkten Frauen in Einzelfällen kritisch. Auch in diesem Jahr hätten einzelne Frauen verärgert auf die Abgabe der Blumen reagiert, erzählt PFG-Stadtparlamentarierin Andrea Hornstein. Dies, weil Mimose in der deutschen Sprache ja nicht nur für die Blume, sondern doppeldeutig auch als Begriff für eine überempfindliche Person steht. Mit Letzterem habe das Blumengeschenk zum Frauentag nun aber wirklich rein gar nichts zu tun, sagt Hornstein. (vre)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.