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GLEICHBERECHTIGUNG: Höchste Zeit für Gleichheit

An der 1.-Mai-Feier in Rorschach sprach der Bündner SP-Grossrat Jon Pult. Der Tag der Arbeit stand schweizweit im Zeichen der Lohngleichheit.
Ramona Riedener
Der Bündner SP-Grossrat Jon Pult forderte bei seiner 1.-Mai-Rede in Rorschach vehement die Lohngleichheit. (Bild: Ramona Riedener)

Der Bündner SP-Grossrat Jon Pult forderte bei seiner 1.-Mai-Rede in Rorschach vehement die Lohngleichheit. (Bild: Ramona Riedener)

Ramona Riedener

ramona.riedener@tagblatt.ch

«Es lebe der 1. Mai!», ist der Aufruf, mit dem der Bündner SP-Grossrat Jon Pult seine 1.-Mai-Ansprache im portugiesischen Centro in Rorschach beendet. Der Tag der Arbeit sei weltweit der einzige Feiertag, der unabhängig von Religion, Staatsform, Geschlecht, Rasse und Nationalität gefeiert werde und weil er universal für Freiheit, Gleichheit und Solidarität stehe. «Von Rorschach nach Genf, von Chiasso bis Basel ist die Botschaft an diesem Tag der Arbeit: Die Lohngleichheit muss einer der grossen Erfolge für Fortschritt und Gerechtigkeit im ersten Drittel des 21. Jahrhunderts werden.»

An zahlreichen Kundgebungen und 1.-Mai-Veranstaltungen haben sozialdemokratische Politiker und Gewerkschafter in der ganzen Schweiz auf die immer noch herrschende Lohnungleichheit aufmerksam gemacht. Seit 37 Jahren ist der Grundsatz «gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» in der Eidgenössischen Verfassung verankert.

Geburtsstunde des industriellen Kapitalismus

Im 21. Jahrhundert sollte endlich Schluss sein mit der immer noch bestehenden Lohndiskriminierung und den sozialen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen. «Um das zu erreichen genügt Empörung nicht, dafür müssen wir handeln», appelliert der junge SP-Politiker an der 1.-Mai-Feier in Rorschach. Unsere Urahnen wollten nur eins; ihre Grundbedürfnisse befriedigt haben. Ihrem Instinkt folgend, machten sie es richtig. Erst durch die Evolution lernten sie, dass es noch mehr gibt als essen und trinken. Trotzdem blieb der Mensch vorerst Selbstversorger. Doch mit der industriellen Revolution Ende 18. Jahrhundert veränderten sich seine sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebensumstände radikal und die Beschaffung von Gütern erreichte völlig neue Dimensionen. Dies war die Geburtsstunde des industriellen Kapitalismus.

Auch in der ehemaligen Industriehochburg Rorschach erinnert sich die Arbeiterschaft, wie einst Gewerkschaften und sozialdemokratische Organisationen lange vor dem Generalstreik 1918 für eine soziale und fortschrittliche Schweiz gekämpft haben. Viele sozialpolitische Ziele konnten im Laufe der Zeit erreicht werden, viele liegen heute noch in weiter Ferne.

Mit einem aktuellen Beispiel aus seinem Kanton zeigte Jon Pult auf, wie korrupte Unternehmer sich nicht scheuen, ihre Kunden über Jahre abzuzocken und zu betrügen. Oder wie Multimillionäre die Meinung vertreten, Personenfreizügigkeit, flankierende Massnahmen und Gesamtarbeitsverträge schadeten der Wirtschaft und dem Wohlstand des Landes. Gerade diese Errungenschaften von Gewerkschaften und politisch Linken habe dazu beigetragen, dass die Schweiz eines der produktivsten und innovativsten Länder der Welt sei und dass es ihren Bewohnern im internationalen Vergleich gut gehe. Auch wenn die Zahl der Armutsbetroffenen leider zunehme, genauso wie der übertriebene Reichtum der Superreichen: «Der 1. Mai soll daran erinnern, was die vergangenen 100 Jahre den Arbeitnehmenden an Fortschritt bei den Arbeitsbedingungen und im politischen und gesellschaftlichen Leben gebracht haben.»

Hinweis

Weitere Bilder auf

www.rorschacherecho.ch

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