Gleichbehandlung für alle Vereine

«Saalmiete ruiniert Vereine», Ausgabe vom 15. November

Christian Knellwolf,
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Fürstenlandsaal abbrechen… …und vielleicht auch noch eine rentable Altersresidenz bauen…?

Anfang der Siebzigerjahre habe ich mich als damaliger Gossauer Vereinspräsident für einen neuen Saal eingesetzt. Mit der Gründung und der präsidialen Führung des Komitees «pro Saalbau» habe ich die Gossauer Vereine mobilisiert und dadurch Sport und Kultur zusammengebracht.

Gemeinsam haben wir als Einheit zuerst die Sporthalle Buechenwald und dann den Fürstenlandsaal mit einer überzeugenden Mehrheit der Gossauer Stimmbürger zur Realisation gebracht. Beides Projekte, welche Gossau ebenso gut anstehen, wie dies das anstehende Projekt Gesak tun würde. Dass der Fürstenlandsaal rechnerisch nicht rentieren kann, war damals schon auch denen, die sich dafür eingesetzt und abgestimmt haben, natürlich klar.

Muss denn alles rentieren, was der Öffentlichkeit gut tut, oder muss man nicht vielleicht zuerst die Vermarktung des Fürstenlandsaales an Auswärtige hinterfragen? Auch die kulturell gesinnten Vereine haben ein Anrecht auf faire Behandlung und dürfen gegenüber den Sportvereinen nicht schlechter gestellt sein. Oder habe ich gar übersehen, dass all die Sport­anlagen, Turnhallen, Fussballplätze et cetera rentieren? Die Vereine vereinigen eine Grosszahl der Gossauer Steuerzahler und sind das Rückgrat jeder Gemeinde. Sie verhindern genau das, was die Gemeinde, den Kanton und den Staat sonst im Bereich zusätzlicher sozialer Unterstützung sehr teuer zu stehen kommen würde, und ­verdienen eine grosszügige Behandlung.

Wenn diese Gemeinschaft zwischen Kultur und Sport durch die Stadt Gossau nicht durch Gleichbehandlung gefördert wird, dann dürfte es wohl auch für das Projekt Gesak plötzlich eng werden, und dies wäre sehr schade.

Christian Knellwolf,

Bergstrasse 9, 9200 Gossau