Glaubenszeugnis eines Toggenburger Kunstmalers

Zur Willy-Fries-Ausstellung in der evangelischen Kirche Rorschach stellen Gret Bolli und Silvan Altermatt von der Stiftung Willy Fries alte und neue Versionen der Werke des Malers zur Passionszeit gegenüber.

Peter Beerli
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rorschach. Der Kunstverein Rorschach hatte diesen Vortrag als Beitrag zu den Willy-Fries-Wochen in Rorschach gesponsert. Diese findet am Wochenende ihren Abschluss mit der Aufführung der «Toggenburger Passion», die Peter Roth zur «Grossen Passion» von Fries komponiert hat.

Willy Fries war ein fleissiger Schaffer: Zahlreiche seiner Werke befinden sich im Archiv der Stiftung Willy Fries, zwanzig schmücken Kirchen, fünf Schulhäuser und 33 sind im Studienzentrum Boldern ob Männedorf zu finden.

Frühe Kontakte zur Kunst

Die religiösen Bilder wären kaum fassbar, wenn man nicht auch viel über das Werden des Kunstmalers vermittelt bekommen hätte. Als Sohn eines Tapezierers und einer Wirtin aufgewachsen, wurde ihm früh der Zugang zur Kunst vermittelt. In Zürich studierte er Kunst- und Literaturgeschichte, um dann auf Rat Heinrich Wölfflins hin nach Paris zu gehen, um Maler zu werden. Willy Fries wusste, dass es die wissenschaftlichen Kenntnisse und das handwerkliche Können braucht, um Kunstmaler zu werden. In Berlin belegte er auch theologische Vorlesungen.

Antwort auf den Zeitgeist

Dort sah er sich aber auch dem Zeitbild um den Nationalsozialismus, Judenfeindlichkeit und Bedrohung der individuellen Freiheit gegenübergestellt. Er überlegte sich, ob sich das Geschehen um die Passion Christi nicht auch in den damals aktuellen Ereignissen wiederholt.

Ohne Auftrag begann er als 25-Jähriger an Passionsserien zu arbeiten, die er immer deutlicher in die Toggenburger Landschaft legte. Er setzte sich dabei immer intensiver mit biblischer Botschaft und Zeitgeist auseinander. Seine deutliche Anklage gegen Schuld und Gleichgültigkeit seiner Zeit, führte er schliesslich doch der Oster- und Pfingst-Antwort von der Versöhnung mit dem Himmel zu.

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