Glasklares Ja zu Glasfasern

Am Wochenende stimmten die Gaiserwalder über den Ausbau des Glasfasernetzes ab. Zum Kredit von 3,65 Millionen Franken sagten sie überraschend deutlich Ja. Baubeginn ist im Herbst.

Corinne Allenspach
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In Gaiserwald, im Bild Abtwil mit Raiffeisenbank, Zentrumspark und Auwiesenstrasse, wird nach dem Ja der Stimmbürger jede Wohnung mit Glasfasern erschlossen. Die Arbeiten starten voraussichtlich im Herbst. (Bild: Michel Canonica)

In Gaiserwald, im Bild Abtwil mit Raiffeisenbank, Zentrumspark und Auwiesenstrasse, wird nach dem Ja der Stimmbürger jede Wohnung mit Glasfasern erschlossen. Die Arbeiten starten voraussichtlich im Herbst. (Bild: Michel Canonica)

GAISERWALD. Gehofft hatte er es, aber wirklich abschätzen konnte Marcel Rey, Gaiserwalder Gemeinderat und Präsident der Betriebskommission der Gemeinschaftsantennenanlage, das Resultat nicht. Denn obwohl die Gaiserwalder am Wochenende über einen Kredit von rund 3,65 Millionen Franken für den Ausbau des gemeindeeigenen Glasfasernetzes abstimmten, war eine öffentliche Debatte im Vorfeld ausgeblieben. «Wir haben schon einige Rückmeldungen erhalten, positive wie negative, konnten aber nicht abschätzen, wie die Bürgerinnen und Bürger dann wirklich stimmen», sagt Rey.

Vertrauensbeweis

Umso erfreuter war er gestern über das Resultat. 2829 gültige Stimmzettel waren eingegangen. 2104 Stimmberechtigte (74,4 Prozent) sagten Ja zum Ausbau des Glasfasernetzes, 725 Nein (25,6 Prozent). Die Stimmbeteiligung betrug 50,3 Prozent. «Mit einem solch klaren Resultat haben wir nicht gerechnet», räumt Rey ein. Das sei ein deutlicher Vertrauensbeweis für die Arbeit des Gemeinderats und dafür bedanke er sich. Rey glaubt, dass die offene Kommunikation, besonders auch die beiden gut besuchten Informationsabende in Abtwil und Engelburg, zum guten Resultat beigetragen haben. «Die Leute konnten viele Fragen stellen und wir konnten viele Unklarheiten beseitigen.»

Ausbau dauert bis Ende 2016

Seit 2007 ist die Gemeinde Gaiserwald daran, ihr Kabelnetz schrittweise auf Glasfasern umzubauen. Auslöser war, dass die Cablecom angefangen hatte, immer mehr analoge Sender abzustellen. Ziel der Gemeinschaftsantennenanlage ist es, der Bevölkerung bei Fernsehen, Radio, Internet und Telefonie «ein ausgezeichnetes Grundangebot zu einem fairen Preis» anzubieten. Aktuell sind alle Häuser mit Glasfasern erschlossen. Nach dem Ja zu einem Ausbau für weitere 3,65 Millionen Franken wird das Netz nun auf FTTH-Standard (Fibre to the Home) erweitert. Die Glasfasern werden dabei in jede Wohnung gezogen.

Als nächsten Schritt werde man die nötigen Arbeiten ausschreiben und vergeben, sagt Rey: «Von der Stadt St. Gallen haben wir Erfahrungszahlen, was ein solcher Netzausbau kostet.» Rey rechnet damit, dass der Ausbau noch diesen Herbst starten kann. Bis Ende 2016 sollen sämtliche Liegenschaften im FTTH-Standard ausgerüstet sein. Das veraltete Kupferkabelnetz, das derzeit die Signale die letzten paar Meter bis in die Wohnungen leitet, wird danach abgeschaltet.

Startschuss zum Endausbau

Das alte Kupferkabelnetz machte Rey besonders Bauchweh. Investitionen hätten sich nicht mehr gelohnt, bei einem Nein wäre die Gemeinschaftsantennenanlage vermutlich in Kürze Konkurs gegangen, betonte er vor der Abstimmung. Umso erfreulicher sei es, dass die Stimmbürger jetzt mit ihrem Ja den Startschuss zum Endausbau gegeben haben. Für ein Projekt, das nach jahrelanger Vorarbeit seinen Abschluss finden soll.