Glasfasernetzbau keine Staatsaufgabe

Die Glasfasertechnologie hat unbestritten Vorteile, wenn es um die Datenübertragung und damit eine erheblich höhere maximale Bandbreite geht. Wir stimmen aber am 22.

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Die Glasfasertechnologie hat unbestritten Vorteile, wenn es um die Datenübertragung und damit eine erheblich höhere maximale Bandbreite geht. Wir stimmen aber am 22. September nicht für oder gegen die Glasfasertechnik ab, sondern ob wir bereit sind, für die Erstellung eines flächendeckenden Glasfasernetzes in Gossau einen Kredit von knapp 16 Millionen Franken zu sprechen. Ich erachte den Ausbau eines Glasfasernetzes nicht als staatliche Aufgabe. Glasfasern sind keine lebensnotwendige Infrastruktur wie Wasser und Strom, welche die öffentliche Hand flächendeckend und möglichst kostengünstig anbieten kann. Verfehlt ist auch das Argument, die Stadtwerke Gossau ermöglichten den Wettbewerb erst, indem sie das Netz ausbauten und die Faser privaten Anbietern vermieten. Der Staat soll den Wettbewerb durch massvolle Regulierung sichern, aber sicher nicht als Akteur im Markt auftreten. Rapperswil-Jona wollte ebenfalls ein flächendeckendes Glasfasernetz in jeden Haushalt der Stadt. Eine Studie der Fachhochschule St. Gallen brachte das Vorhaben zu Fall. Das Fazit: Die Bürger haben ein durchschnittlich grosses Interesse und wollen lieber bei Swisscom oder Cablecom bleiben. Und weiter: Rentabel wäre die Investition für das Elektrizitätswerk Rapperswil-Jona nicht. Ticken wir in Gossau derart anders? Ich sage Nein zur staatlichen Intervention in einen Markt, in dem bereits Profis ihre Dienstleistungen anbieten.

Claudia Martin

Kantonsrätin SVP

Hügelstrasse 4, 9201 Gossau