Glasfaser bis ins Wohnzimmer

Steinach baut in Zusammenarbeit mit den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken ein Glasfasernetz auf seinem Gemeindegebiet. Die Angebote sind etwas teurer als die Konkurrenz, liegen aber in Sachen Leistung vorne.

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STEINACH. Was bei Gemeinden in der Umgebung nach Zukunftsmusik klingt, wird in Steinach bereits im kommenden Frühjahr Realität: ein Glasfasernetz, das die Haushalte nicht über Kupferkabel mit dem Glasfaserstrang der Gemeinde verbindet, sondern die Glasfaser direkt in den Haushalt zieht, im Fachjargon «Fiber to the Home» genannt. Damit sind theoretisch Surfgeschwindigkeiten von bis zu 1024 Megabit pro Sekunde (Mbps) möglich.

Nur Bau, keine Surf-Abos

Gebaut wird das Netz von den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken (SAK) in den Rohren der Elektra Steinach. Ein entsprechender Vertrag ist vom Gemeinderat unterzeichnet worden. Zunächst soll die neue Überbauung Schönau und ihre Umgebung erschlossen werden, dann soll das Netz wachsen. Die Erschliessung eines jeden Haushalts ist für die Nutzer kostenlos. «Pro Haushalt stellen wir einen Glasfaseranschluss zur Verfügung», sagt Lukas Mäder, stellvertretender Geschäftsführer der SAK. Weitere Anschlüsse kosten extra.

Die SAK stellt die Infrastruktur, also das Glasfaserkabel, zur Verfügung. Die Abos für das neue und schnelle Internet werden von Drittfirmen verkauft.

Schnell, aber teurer

Das schnellste auf dem SAKnet – so der Name des Glasfasernetzes in Steinach – angebotene Abo hat eine Download-Geschwindigkeit von 100 Mbps. Es transferiert 12,5 Megabyte pro Sekunde. Kostenpunkt: Fr. 280.80 im Monat. Das vergleichbare Angebot beim Konkurrenten Cablecom kostet 75 Franken, doch die Upload-Geschwindigkeit beträgt nur 7 Mbps. Beim Glasfasernetz beträgt diese 100 Mbps. Beim Angebot mit 50 Mbps für Down- und Uploads ist der Provider Mygate mit 89 Franken im Monat teurer als die Konkurrenz. Das vergleichbare Angebot der Cablecom kostet 60 Franken, bietet aber nur 5 Mbps Upload-Bandbreite.

Weit abgeschlagen ist die Swisscom, deren schnellstes Angebot für 69 Franken monatlich 20 Mbps downstream und 2 Mbps upstream bietet. Dies, weil die Kupferkabel der Telefonleitungen, über die die Swisscom Daten verschickt, veraltet sind.

Pilot seit vergangenem Herbst

Seit dem Herbst 2010 läuft in Steinach ein Pilotversuch mit SAKnet, das laut SAK Nutzern optimalen Fernsehempfang, schnelles Internet und Telefonverbindung in einem bieten soll. Die von den Kraftwerken gemachten Erfahrungen seien positiv. Bei der SAK sind die Vorarbeiten abgeschlossen, der eigentliche Baubeginn erfolgt in diesen Tagen.

«Das SAKnet soll in so vielen Gemeinden wie möglich zur Verfügung stehen», sagt Lukas Mäder. Entsprechende Gespräche werden derzeit geführt, doch sei noch nichts Konkretes zu berichten, fügt er an. (pd/djb)

www.saknet.ch

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