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Glarner fusionierten radikaler

GOLDACH. Nach einem Bericht über die Glarner Gemeindefusionen reden zwei Goldacher zu unterschiedlichen Themen: Beat Ulrich für die Plus-Minus-Initiative zum Prüfen einer Stadt am See, Daniel Rüegg bereits gegen eine Gemeindefusion bei uns.
Fritz Bichsel
Ständerat Thomas Hefti zur Fusion im Glarnerland: «Ich möchte es heute nicht mehr anders.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Ständerat Thomas Hefti zur Fusion im Glarnerland: «Ich möchte es heute nicht mehr anders.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Im Glarnerland mit 40 000 Einwohnern bestanden 80 Gemeinden für Politik, Schule, Fürsorge und weiteres. Mangel an Mitgliedern für die vielen Behörden und Finanzprobleme zwangen zu Fusionen. Über diese wurde von oben entschieden: Stimmbürger des ganzen Kantons beschlossen Reduktion auf drei Einheitsgemeinden. Danach legten der Kanton und Projektgruppen fest, wie fusioniert wird.

Erst skeptisch, jetzt überzeugt

All das ist ganz anders in der Agglomeration Rorschach mit 25 000 Einwohnern in drei Einheitsgemeinden und mit der St. Galler Regelung, dass jede Gemeinde selber und in zwei Stufen für oder gegen eine Fusion entscheiden kann. Der neue Glarner Ständerat Thomas Hefti berichtet den 60 Besuchern in der Aula aber auch von Erfahrungen, die in der Diskussion um eine Stadtfusion bei uns hilfreich sind. Als Gemeindepräsident zuerst in Schwanden und dann im fusionierten Glarus Süd erlebte er diese hautnah.

Jede Fusion sei ein besonderer Fall und entsprechend zu bearbeiten, sagt er. Daran sollten Praktiker aus Behörden stark beteiligt sein. Nebst Organisatorischem müsse auch an Zusammengehörigkeit in der neuen Gemeinde gearbeitet werden, was «überraschend gut gelungen» sei. In der Übergangsphase vom Beschluss bis zum Start sollten die Gemeinden weiter investieren. Sparpotenzial dürfe man nicht viel erwarten. «Nur zum Sparen lohnt sich eine Fusion nicht.» Für Glarus Süd habe sie sich gelohnt mit einfacherem Zugang für Leute und Betriebe, die zuziehen wollen, positiver Wahrnehmung von aussen, besserer Raumplanung und Dynamik in mehreren Bereichen. Hefti war für Fusionen, wollte aber nicht radikal nur noch Grossgemeinden. Jetzt sagt er: «Ich möchte es nicht mehr anders.»

Chancen mit oder ohne Fusion

Dadurch sieht sowohl der Befürworteter als auch der Gegner der Plus-Minus-Initiative seine Position bestätigt. Tagblatt-Redaktor Andri Rostetter als Gesprächsleiter bewegt sie zu konkreten Aussagen für und gegen ein Fusionsprojekt. Beat Ulrich, Wirtschaftsförderer und ehemaliger CVP-Gemeinderat, zieht diesen Schluss: Zusammenarbeit der Gemeinden genüge nicht, um Gescheitertes wie Verkehrslösung, abgestimmte Raumplanung oder gemeinsame Feuerwehr zu erreichen. Und es lohne sich, zu prüfen, ob eine fusionierte Stadt am See ihr Potenzial im Tourismus oder in neuen Wirtschaftszweigen besser nutzen, neue Herausforderungen in der Schule oder durch die Verschiebung von Industrie zu Dienstleistungen besser bewältigen, «mit gleich viel Geld mehr machen» könnte.

Unternehmer Daniel Rüegg, SVP, beurteilt Abklärungen als überflüssig. Die Fakten seien bekannt: Jede der drei Gemeinden habe eine optimale Grösse für sparsame Erfüllung der Aufgaben. Was die Befürworter von Plus-Minus anstrebten, sei alles auch durch Zusammenarbeit möglich. Eine Fusion brächte da keinen Gewinn, aber Negatives in anderen Bereichen: höhere Steuern für Goldacher und Rorschacherberger, weil Kantonsbeiträge an Rorschach wegfielen, und weniger demokratische Mitsprache des einzelnen Bürgers.

Bild: FRITZ BICHSEL

Bild: FRITZ BICHSEL

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