Glanz der Euphonien

Der Musikverein Waldkirch hat die Anschaffung einiger neuer Instrumente gleich mit einem grossen Musikfest gefeiert. Am Samstag hat sich viel Publikum von der musikalischen Qualität der neuen Klangkörper überzeugen lassen.

Erwin Schönenberger
Merken
Drucken
Teilen
Funkelnagelneues Blech: Musikanten des Musikvereins Waldkirch mit neugekauften tiefen Blasinstrumenten. (Bild: Urs Jaudas)

Funkelnagelneues Blech: Musikanten des Musikvereins Waldkirch mit neugekauften tiefen Blasinstrumenten. (Bild: Urs Jaudas)

Waldkirch. Schafft ein Blasmusikverein neue Instrumente an, geht das ins grosse Geld. Umso grösser ist dann die Freude über die noch besser klingenden Instrumente. Solch grosse Anschaffungen, die in die Zehntausende von Franken gehen, können nur getätigt werden, wenn Sponsoren und Bevölkerung einen Teil dazu beitragen. Mit verschiedenen Aktionen zeigten die Waldkircher Musikantinnen und Musikanten, dass sie auch einiges an die Kosten für die neuen Instrumente beitragen wollen.

Schule als Festgelände

Am Samstag wurden die drei neuen Bässe und vier Euphonien im Rahmen eines grossen Konzertabends vorgestellt. Aber auch die übrigen Instrumente des Korps klangen wieder besser, waren sie doch im Zuge der Teilneuinstrumentierung revidiert worden.

Das Motto «Musikfest 2010» war nicht übertrieben: Die Schulanlage Bünt verwandelte sich vom Mittwoch bis Samstag in ein richtiges Festgelände.

Nach dem «Fliegerabend» vom Mittwoch und der Veteranentagung vom Donnerstag war dann der Samstagabend der eigentliche Höhepunkt der Feierlichkeiten. Für ein vielfältiges musikalisches Programm sorgten neben dem Musikverein Waldkirch die Gastvereine aus Söhnstetten, Bernhardzell und Goldach sowie die A-cappella-Gruppe The Cappas aus dem ausserrhodischen Stein.

Gemütlich und schwungvoll

Die Stimmung in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Mehrzweckhalle Bünt wurde vor dem grossen Abendprogramm angeheizt von der schwäbischen Trachtenkapelle aus Söhnstetten. Gemütlich, schwungvoll – und manchmal auch etwas gar laut – intonierten die Musikantinnen und Musikanten ein Programm mit guter Festhüttenmusik im Egerländer-Stil.

Rockig und jazzig

Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau und in herrlichen Arrangements präsentierte zu Beginn des eigentlichen Abendprogramms die Melodia Goldach. Unter der Leitung von Dani Zeiter bot der Verein eine bunte Mischung aus fetzigen Kompositionen, die das Publikum begeisterten. Das Korps versteht es ebenso gut, einen typischen Big-Band-Sound zu spielen wie rockige und jazzige Klänge.

Als dann der Sänger Thomas Straumann, begleitet vom engagiert spielenden Korps, seine Lieder zum besten gab, war die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Mit Marschmusik durch Halle

Einen schönen Gegensatz zur Blasmusik bot das A-cappella-Quartett The Cappas aus dem appenzellischen Stein. Da überzeugten nicht nur die Stimmen, auch der ganze mit Humor gewürzte Auftritt begeisterte restlos.

Natürlich wartete man gespannt auf den Auftritt des Musikvereins Waldkirch mit den neuen und den revidierten Instrumenten. Das Publikum wurde nicht enttäuscht: Zu Marschmusik schritten sie durch die Halle zur Bühne, angeführt von der Dirigentin Diana Diethelm und dem Fähnrich.

In einem abwechslungsreichen Programm konnten die Tubisten und Euphonisten in je einem Solo zeigen, wie gut die neuen Instrumente klingen.

Heruntergelassene Hosen

Die Lacher hatten aber eindeutig die Posaunisten auf ihrer Seite mit ihrem clownesken Auftritt und den im Takt herunterrutschenden Hosen. Der bunte Unterhaltungsabend klang aus mit gemütlichen Klängen des Musikvereins Söhnstetten. Wer es lieber ruhiger hatte, konnte sich in Säntisstube oder Festzelt vergnügen.