GHG treibt Bauprojekte trotz Spardrucks voran

Die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand bereiten der Gemeinnützigen und Hilfs-Gesellschaft (GHG) der Stadt St. Gallen Sorgen. Kanton und Stadt haben beschlossen, die Beiträge für Bauvorhaben von Sozialinstitutionen zu senken.

Merken
Drucken
Teilen

Die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand bereiten der Gemeinnützigen und Hilfs-Gesellschaft (GHG) der Stadt St. Gallen Sorgen. Kanton und Stadt haben beschlossen, die Beiträge für Bauvorhaben von Sozialinstitutionen zu senken. Zudem hat der Kantonsrat am Montag entschieden, die ausserordentlichen Ergänzungsleistungen zu streichen. «Als Präsident einer Sozialinstitution kann ich solche Massnahmen schwer verstehen», sagt Heinz Loretini gestern an einer Pressekonferenz im Tempelacker. Die GHG werde sich in Zukunft noch stärker um Gönner bemühen müssen. «Im Spendensammeln sind wir gut.» Darin habe die GHG beinahe 200 Jahre Erfahrung.

Villa Jacob wird wohl weichen

Trotz des Spardrucks hält die GHG an den geplanten Bauprojekten fest. 35 Millionen Franken will sie in den nächsten Jahren investieren. Der grösste Brocken, der Neubau des Marthaheims neben dem Alters- und Pflegeheim Josefshaus, ist auf gutem Weg. «Bund, Kanton und Stadt werden Ja sagen zur Verschiebung der Villa Jacob, wenn wir uns an die Vorgaben halten», sagt Loretini. Darauf werde man natürlich achten. Die Villa muss weichen, damit genug Platz für den Neubau entsteht. Zunächst aber muss die Baueingabe ausgearbeitet und öffentlich aufgelegt werden. «Bis wir so weit sind, dauert es noch. Wir müssen wohl einen Architektenwettbewerb durchführen.»

Kinderheim ausbauen?

Weniger vom Spardruck betroffen ist der Tempelacker. «Wir haben gerade erst Heim- und Krippenkonzept überarbeitet», sagt Institutionsleiter Marcel Huber. Jetzt etwas zu streichen, mache keinen Sinn. Die Auslastung liege bei nahezu 100 Prozent, und die Warteliste für die Krippe sei lang. Eine Erweiterung komme momentan nicht in Frage.

Anders im Bereich des Kinderheims: Der Kanton habe einen zusätzlichen Bedarf an Plätzen für Kinder, die der Obhut der Eltern entzogen werden, festgestellt. «Wir spielen mit dem Gedanken eines Ausbaus», sagt Huber. (jhe)