Gewerkschaftsbund fordert mehr Kontrollen

ST. GALLEN. Die diese Woche erschienene Statistik über die Kontrollen zur Personenfreizügigkeit zeigt aus Sicht des kantonalen Gewerkschaftsbundes ein «wenig erfreuliches Bild». Die tiefen Zahlen bedeuteten, dass der Kanton St.

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ST. GALLEN. Die diese Woche erschienene Statistik über die Kontrollen zur Personenfreizügigkeit zeigt aus Sicht des kantonalen Gewerkschaftsbundes ein «wenig erfreuliches Bild». Die tiefen Zahlen bedeuteten, dass der Kanton St. Gallen nach wie vor nur ein Minimum an Kontrollen durchführe und die Problembranchen zu wenig genau unter die Lupe nehme, heisst es in einer Mitteilung. Damit blieben «sehr viele Missbräuche unentdeckt». Der Gewerkschaftsbund fordert vom Kanton, die Kontrollen zu intensivieren.

Gemäss Bericht stellt St. Gallen für 2014 eine um acht Prozent niedrigere Zahl meldepflichtiger Kurzaufenthalter fest, Arbeitnehmer also, die bis zu 90 Tage pro Jahr in der Schweiz arbeiten dürfen. Viele dieser Personen seien jedoch für sehr tiefe Löhne beschäftigt, schreibt der Gewerkschaftsbund weiter. Zudem zeige der Bericht, dass die Tripartite Kommission des Kantons St. Gallen im vergangenen Jahr insgesamt 407 in- und ausländische Betriebe und 1738 Personen auf Lohndumping und Scheinselbständigkeit überprüfte. In acht Fällen ergab sich eine Scheinselbständigkeit.

Bei der Beurteilung von Tieflöhnen neige man dazu, die untersten Vergleichslöhne heranzuziehen, kritisieren die Gewerkschafter. Sie bezweifeln, dass dies ein «wirkungsvolles Vorgehen» sei, um gegen Lohnunterbietungen vorzugehen. (red.)

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