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GEWERBE: Leichter rund um die Altstadt parkieren

In der Innenstadt sollen 58 neue Parkplätze für Handwerker sowie neue Zonen für den Güterumschlag entstehen. Das sind zwei von vielen Vorschlägen aus dem Projekt «Zukunft St. Galler Innenstadt».
Roger Berhalter
Velokuriere sollen die letzte Meile übernehmen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Velokuriere sollen die letzte Meile übernehmen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Roger Berhalter

roger.berhalter@tagblatt.ch

Der Detailhandel in der Innenstadt ist ein hartes Geschäft. Vieles macht den Läden im Stadtzentrum das Leben schwer, zum Beispiel der starke Franken oder die Konkurrenz aus dem Online-Handel. Bereits ist vom Ladensterben die Rede, und damit diese Entwicklung nicht zu einer toten Innenstadt führt, hat die Stadt zusammen mit den St. Galler Wirtschaftsverbänden das Projekt «Zukunft St. Galler Innenstadt» ins Leben gerufen. Seit einem Dreivierteljahr beschäftigen sich Experten in verschiedenen Arbeitsgruppen mit der Frage, wie man den Detailhandel in der Innenstadt wieder ankurbeln könnte. Das Problem ist zu komplex für eine einzige, einfache Lösung. Stattdessen haben die Projektbeteiligten das Problem aufgesplittet, um es mit verschiedenen Massnahmen anzugehen. Wie sollen die Plätze und Gassen aussehen? Brauchen die Geschäfte andere Öffnungszeiten? Wie lockt man mehr Touristen in die Cafés? Könnte ein «City Manager» den Detailhändlern helfen? In insgesamt zehn so genannten Massnahmenfeldern wird derzeit geplant.

Den ganzen Altstadtrand abdecken

Nun wird die «Zukunft St. Galler Innenstadt» konkret. Am Mittwochabend haben die Arbeitsgruppen den Stand der Dinge in einem öffentlichen Forum im Einstein-Kongresszentrum präsentiert. Im Publikum sassen über 180 Immobilienexperten, Grundeigentümer, Detailhändler, Gewerbetreibende, Politiker, Behördenvertreter und weitere Interessierte.

Ein zentrales Thema der «Zukunft St. Galler Innenstadt» sind die Parkplätze. Felix Keller vom kantonalen Gewerbeverband präsentierte am Forum die Ergebnisse seiner Arbeitsgruppe, die sich mit der Parkiersituation beschäftigte. Keller möchte zwei Verbesserungen für den Detailhandel erzielen: Erstens soll der Güterumschlag und die Anlieferung besser organisiert werden, und zweitens sollen Handwerker rund um die Altstadt leichter parkieren können. Die Idee der Arbeitsgruppe: Rund um die Innenstadt sollen 58 neue Parkplätze für Handwerker entstehen (siehe Grafik). Mit einer entsprechenden Bewilligung sollen Handwerker sie benutzen und ihre Fahrzeuge dort abstellen dürfen. Laut Keller sind Handwerker auf solche Parkplätze nahe der Innenstadt angewiesen. «Es kann nicht sein, dass ein Handwerker auf der Kreuzbleiche parkieren und zu Fuss ins Stadtzentrum muss.»

Neu soll es auch zusätzliche oberirdische Güterumschlag-Zonen geben. Für Transporteure, die Waren anliefern oder abholen. Schon jetzt gibt es solche Warenumschlag-Zonen, nun sollen weitere fünf Standorte hinzu kommen (siehe Grafik), so dass in Zukunft rund 25 Kurzzeit-Parkplätze zur Verfügung stehen. «So haben wir den ganzen Altstadtrand sauber abgedeckt», sagte Felix Keller am Forum.

Die Sperrzeiten bleiben, die Parkgebühren auch

Aus Sicht der Arbeitsgruppe sei es gerechtfertigt, für die Handwerker-Parkplätze und Güterumschlag-Zonen auch öffentlich bewirtschaftete Parkplätze aufzuheben. Ob man dies will, ist eine politische Frage und liegt im Ermessen der Stadtregierung: Sowohl für die Handwerker-Parkplätze als auch für die zusätzlichen Güterumschlag-Zonen ist nun ein Entscheid des Stadtrats nötig.

Nicht rütteln möchte die Arbeitsgruppe hingegen an der Sperrzone. Derzeit ist die Anlieferung in der Altstadt nur zu gewissen Zeiten gestattet. Von Montag bis Freitag, 13 bis 18.30 Uhr, sowie am Samstag von 11 bis 17 Uhr bleiben die Altstadtgassen für Warentransporte gesperrt. Dies soll auch so bleiben, sagte Felix Keller. «Könnte man die Sperrzeiten nicht auf zwölf Uhr mittags vorverlegen?», fragte ein Forumsteilnehmer. Mittags seien die Gassen oft mit Fahrzeugen zugestellt. «Das ist zur Zeit nicht realistisch», antwortete Keller und gab zu bedenken, dass einige Camionneure von weit her nach St. Gallen führen und deshalb nicht beliebig früh anliefern könnten.

Ebenfalls nicht verändert werden die Parkiergebühren. Nur diese Gebühren allein zu vergünstigen, sei in der heutigen Zeit nicht realistisch. Stattdessen wollen die Detailhändler ein stadtweites digitales Bonussystem einführen: Eine Rückvergütung an den Kunden, beispielsweise eben auch in Form von Parkiergebühren. Wie ein solches Bonussystem aussehen könnte, stellte am Forum Thomas Federli vor. Er ist Geschäftsführer der Firma Boncard, die bereits für die Universität St. Gallen oder die Shopping Arena ein solches Bonussystem eingeführt hat.

Nächstes Forum im September

«Es ist viel gearbeitet worden. Auch in den Arbeitsgruppen, die an diesem Abend nur kurz vorgestellt wurden», stellte Stadtpräsident Thomas Scheitlin in seiner Ansprache am Forum abschliessend fest. Er zeigte sich überzeugt davon, dass man dank des Projekts «Zukunft St. Galler Innenstadt» nun «recht rasch zu guten Ergebnissen kommen» werde. Am 26. September findet das nächste öffentliche Forum zum Thema statt.

Hinweis

www.stadt.sg.ch/zukunftinnenstadt

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