Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gewagt getanzte Konfrontation

Das Tanzensemble House of Pain führt am Sonntag in der Grabenhalle die Premiere seines Stücks «Bloody Mess» auf. Darin konfrontieren die Tänzer ihr Publikum blutig, nackt, laut und verrückt mit dem Wahnsinn, den Glaube und Gewalt mit sich bringen.
Kathrin Reimann
Tänzerin Jasmin Hauck befasst sich mit düsteren Aspekten. (Bild: pd)

Tänzerin Jasmin Hauck befasst sich mit düsteren Aspekten. (Bild: pd)

Eigentlich hätten Jasmin Hauck, David Schwindling und Cecilia Wretemark ihr Tanzstück bereits im Dezember aufführen wollen. Doch dann riss Wretemarks Kreuzband, und die Premiere wurde verschoben. Nun ist der Riss verheilt, und am kommenden Sonntag ist es so weit: Die drei Tänzer werden ihr gewagtes Stück, welches von Gewalt und Religion handelt, in der Grabenhalle präsentieren.

Ruhen lassen, weiterentwickeln

«Bloody Mess» ist der Titel des Stückes, für das ihnen die Stadt im vergangenen Jahr einen Werkbeitrag in der Höhe von 10 000 Franken zugesprochen hat. «Eigentlich war es ganz gut, mussten wir das Stück etwas ruhen lassen. Wir haben Abstand gewonnen und konnten es weiterentwickeln», sagt Jasmin Hauck. So sei der Inhalt – mit ihrer Performance wollen sie einen Gegenpol zur schönen heilen Welt setzen – derselbe. Allerdings haben sie das Stück nun in eine neue Richtung entwickelt. «Das Thema Religion und Gewalt ist sehr heavy, wir haben es nun bunter gestaltet und aufgelockert.» Fröhlich ist es aber dennoch nicht. «Gewalt und Religion sind Themen mit schönen Seiten, wir beleuchten aber die düsteren», sagt Schwindling. Aus diesem Grund nennt sich das Ensemble denn auch «Haus der Schmerzen». Der Name entspricht der Überzeugung, dass in allem Schönen immer auch Schmerz steckt. Und der Ansicht, dass Kunst nicht nur unterhalten, sondern auch anregen soll. «Wir wollen aber keinesfalls Religionen verurteilen und kritisieren, sondern Platz für Eigeninterpretationen schaffen», ergänzt Jasmin Hauck.

Der Inhalt kann verstören

Kennengelernt haben sich die drei Tänzer um die dreissig im Jahr 2008, seit 2012 arbeiten sie in der Formation House of Pain zusammen. Alle drei sind auch als Tänzer am Theater St. Gallen engagiert und dort oft in unterhaltenden Stücken zu sehen. Ihr Ensemble dient ihnen als Ausgleich zur «schönen, heilen Welt», wie sie sagen. «Denn auch die andere Welt ist Realität, und auch diese unschöne Welt hat ihren ästhetischen Reiz.»

Nebst «sehr physischen Tanzbewegungen» bindet «Bloody Mess» auch Musik, Video und Text ein. Ein einziges Mal führen sie das Stück in St. Gallen auf. Zumindest vorerst. Der Inhalt kann für den Zuschauer nämlich durchaus verstörend sein, so peitscht sich das junge Tanztrio auf der Bühne mit den Haaren aus oder verlangsamt die Bewegung, so dass man es kaum ertragen kann. Auch nackte Haut und Blut sind Elemente, deren sich die drei bedienen. «Wir schauen, wie das Stück beim Publikum ankommt, und entscheiden dann weiter», sagt Hauck. Da es sich keineswegs um leichte Kost handle, seien sie sich nicht sicher, ob das Publikum eine solche Vorführung überhaupt sehen wolle. «Unser Stück soll Reaktionen auslösen und Gespräche antreiben. Aber es soll nicht allen gefallen», sagt Hauck.

Dreimalige Aufführung

Nach der Premiere übermorgen Sonntag führt das Trio am 8. und 9. Juli das Stück im Provitreff in Zürich auf. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr, die Abendkasse öffnet um 19 Uhr. Tickets können über house.pain@yahoo.com reserviert werden.

www.houseofpain- physicaldancetheatre.com

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.