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Geteilte Meinungen zur kürzesten aller Linienflüge

Wirtschaftlich wichtig oder ökologisch absurd? Der geplante Linienflug von Altenrhein nach Köln mit Stop in Friedrichshafen stösst bei Kantonsräten sowohl auf Kopfschütteln als auch auf Verständnis.
Jolanda Riedener
Robert Raths Kantonsrat FDP (Bild: PD)

Robert Raths Kantonsrat FDP (Bild: PD)

In acht Minuten von Altenrhein nach Friedrichshafen: Am 2. November fliegt die People's Viennaline das erste Mal von Altenrhein via Friedrichshafen nach Köln. Der weltweit kürzeste internationale Linienflug polarisiert und hat Kritiker mobilisiert. Bei Kantonsräten der Region gehen die Meinungen auseinander.

Guido Etterlin, SP-Kantonsrat und Stadtrat aus Rorschach, steht dem Kurzstreckenflug kritisch gegenüber. «Aus ökologischer Sicht ist dieser achtminütige Flug absurd», sagt Etterlin. Insbesondere Kurzstreckenflüge hätten einen enormen Kerosinverbrauch, weil Start und Landung am meisten Sprit verbrauchten. Er würde sich stattdessen effiziente Bahnverbindungen wünschen. «Die Stärkung der Wirtschaftsregion St. Gallen–Rorschach wird nicht von diesem Minutenflug abhängen», sagt Etterlin.

Dem Flughafen eine Chance geben

Robert Raths, Kantonsrat und Gemeindepräsident von Thal, betont, dass die People's Viennaline einen wirtschaftlichen Auftrag erfüllen müsse. «Das Unternehmen muss mit der Zeit gehen und entsprechend handeln», sagt Raths. Dieser Flug entspreche wohl einem Bedürfnis. «Für die Region ist das eine Aufwertung.» Die Zukunft werde zeigen, ob das Konzept aufgeht. «Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich verstehen, dass eine Anbindung an Friedrichshafen interessant wäre», sagt CVP-Kantonsrätin Monika Lehmann-Wirth. Besser finden würde sie aber eine Anbindung an den Flughafen Zürich. «Aus ökologischer Sicht und aus Lärmgründen bin ich keine Befürworterin der Fluglinie.» Laut Michael Götte, SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident von Tübach, hat der Flughafen in Altenrhein für die Region eine grosse Bedeutung, die gerne unterschätzt werde. «Dem Flughafen Altenrhein sollte man die Chance geben, sich zu entwickeln», sagt er. Kleine Flugplätze stünden unter wirtschaftlichem Druck. Nach Köln könne er sich vorstellen, selbst einzusteigen. «Für mich zählt, wie man vernünftig von A nach B kommt.» Als Freizeitvergnügen von Altenrhein nach Friedrichshafen fliegen würde er eher nicht. «Ob der neue Linienflug mehr Touristen in die Ostschweiz bringt, werde sich zeigen», sagt Martina Kaiser, Leiterin Kommunikation von St. Gallen-Bodensee Tourismus. Grundsätzlich sei aber jede zusätzliche Destination, die von Altenrhein aus angeflogen werde, eine Chance. «Insbesondere Touristen aus dem süddeutschen Raum kommen oft und gerne in die Ostschweiz», sagt Kaiser.

Monika Lehmann-Wirth Kantonsrätin CVP (Bild: PD)

Monika Lehmann-Wirth Kantonsrätin CVP (Bild: PD)

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