Gestresst, übergewichtig…

ST.GALLEN. Kein Hotel für die Familie Thorbecke, kein Operationssaal für Chirurg Jochen Lange: Alles nur Gerüchte. Welche Gäste die Oberwaid wirklich empfangen wird, gab es an der Aufrichte zu hören.

Odilia Hiller
Merken
Drucken
Teilen
Seesicht und 35 000 Quadratmeter Park: Das künftige Kurhaus Oberwaid von Architekt Carlos Martinez am östlichen Rand der Stadt. (Bilder: Urs Jaudas)

Seesicht und 35 000 Quadratmeter Park: Das künftige Kurhaus Oberwaid von Architekt Carlos Martinez am östlichen Rand der Stadt. (Bilder: Urs Jaudas)

Ein Kurhaus für die klassische Nachsorge soll die neue Oberwaid werden. Und ein medizinisches Kompetenzzentrum für physische und psychische Gesundheit. Wo Übergewichtige einen gesünderen Lebensstil erlernen. Wo Erschöpfte – möglichst noch vor dem Burn-out – die nötige Ruhe, Pflege und Unterstützung finden, um ihren Alltag zu bewältigen, ohne auszubrennen.

Nächstes Jahr eröffnen

Der Rohbau unter der Bauherrschaft von Heinrich und Gabi Thorbecke ist fertiggestellt. Nun beginnt der aufwendige Innenausbau mit einem grossen medizinischen Bereich, 150 Gästezimmern mit Pools, Spa-Bereich und zwei Restaurants.

Gestern abend haben rund 300 Gäste und Arbeiter das Aufrichtefest des neuen Kurhauses Oberwaid gefeiert. In einem Jahr, am 1. November 2012, soll der Neubau seine Türen für 150 Mitarbeitende und möglichst viele genesungswillige und erholungsbedürftige Patientinnen öffnen.

Zimmer in drei Grössen

Das Kurhaus, das sich auf einem 38 000-Quadratmeter-Grundstück mit grosser Parkanlage befindet, wird Zimmer in drei Grössen mit See- oder Parkblick anbieten. Über einem Sockelbau breiten sich auf drei Gebäudeflügeln die drei oberen Stockwerke aus. Im Zentrum steht als Dreh- und Angelpunkt eine grosszügige Lobby mit Oberlicht. Das Haus ist unter anderem über eine Tiefgarage mit 140 bewirtschafteten Parkplätzen zu erreichen.

Internationale Gäste erwünscht

Ein ehrgeiziges Projekt und eine unternehmerische Herausforderung, wie Verwaltungsrat und konzeptueller Berater Jochen Lange gestern an einer Medienorientierung bestätigte. «Unser Ziel ist vorerst, Patienten und Klienten aus dem deutschsprachigen Raum zu erreichen.» Längerfristig aber möchte man dem Standort St. Gallen auf dem Gebiet der Ernährungswissenschaften und der mentalen Gesundheit international Anerkennung verschaffen. Ins Kurhaus integriert wird das Adipositaszentrum des Kantonsspitals (Zentrum für Übergewicht), das in Rorschach nicht mehr genug Platz hat.

«Wir möchten keine Burn-out-Klinik sein», betont Lange. Und räumt mit weiteren Gerüchten auf: Nein, es gebe kein Luxushotel, und auch keinen heimlichen Operationssaal für ihn als Chirurgen. Das Erbe der Baldegger Schwestern werde weitergeführt und erweitert. Die Nachsorge durch Vorsorge ergänzt, damit Menschen wieder lernen, gut für ihren Körper und Geist zu sorgen.

Neuer Direktor ist ein Bündner

Als Direktor des Kurhauses und Gesundheitshotels amtet seit dem Sommer Thomas Weber. Der 50jährige Bündner aus Klosters war zuvor während sechs Jahren Hoteldirektor für die Mövenpick Hotels & Resorts.

www.oberwaid.ch

Der Blick in die Lobby mit geschwungenem Lichthof.

Der Blick in die Lobby mit geschwungenem Lichthof.

Der Spa-Bereich mit Hamam wird auch öffentlich zugänglich sein.

Der Spa-Bereich mit Hamam wird auch öffentlich zugänglich sein.

Jedes Gästezimmer verfügt über einen eigenen Balkon.

Jedes Gästezimmer verfügt über einen eigenen Balkon.

Blick in die technischen Installationen. Geheizt wird mit Erdsonden.

Blick in die technischen Installationen. Geheizt wird mit Erdsonden.