Gesichter zeigen Wirkung

Im Kantonsratswahlkampf setzen Parteien auf Plakate mit Gesichtern. Peter Thoma, Seniorberater der E, T & H Werbeagentur AG, erklärt die Gründe dafür.

Patrick Baumann
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Peter Thoma Seniorberater E, T & H Werbeagentur AG in Rorschach (Bild: pd)

Peter Thoma Seniorberater E, T & H Werbeagentur AG in Rorschach (Bild: pd)

Herr Thoma, wie beurteilen Sie die Wirksamkeit von Wahlplakaten mit Gesichtern der Kandidierenden?

Peter Thoma: Solche Plakate sind besonders in regionalen und lokalen Wahlkämpfen sinnvoll, weil bei diesen Wahlen eher die Personen und nicht die Parteien im Vordergrund stehen. Der Wähler muss wissen, dass die betreffende Person kandidiert. Diesen Effekt kann man anhand von Plakaten erzielen. Die grösste Wirkung der Plakate besteht aber darin, dass sie den Bürger überhaupt auf die Wahlen aufmerksam machen.

Worin liegen denn die Vorteile solcher Plakate?

Thoma: Plakate sind ein einfaches Mittel, um Aufmerksamkeit zu generieren und um wahrgenommen zu werden. Ausserdem sind Plakate günstig in der Herstellung und eine grossflächige Verteilung geht relativ schnell vonstatten, wenn man auf einen grossen Helferstab zurückgreifen kann.

Wie schätzen Sie die Wirkung im Vergleich zu anderen Mitteln des Wahlkampfs ein?

Thoma: Mit anderen Mittel wie Inseraten oder Leserbriefen in Tageszeitungen oder mit Podiumsdiskussionen kann man nur einen Teil der Personen ansprechen, die man überzeugen will. An Plakaten neben Strassen oder auf zentralen Plätzen kann niemand vorbeischauen. Plakate alleine reichen aber auch in einem lokalen Wahlkampf bei weitem nicht aus. Zu einem erfolgreichen Wahlkampf gehört auch viel Fussarbeit und persönlicher Kontakt zu Bürgern.

Einige Kandidierende haben angetönt, dass sie lieber auf persönliche Plakate verzichten würden. Ist das überhaupt denkbar?

Thoma: Im momentanen Umfeld, in dem alle Parteien mit Plakaten werben, ist es für einzelne Kandidierende praktisch nicht möglich auf Plakate zu verzichten. Man würde sonst Gefahr laufen, überhaupt nicht wahrgenommen zu werden.

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