Geschützte Bäume sollen fallen

In der Pappelallee im Naturschutzgebiet Andwiler Moos müssen zwei Bäume gefällt werden. Bei einem Baum hat der Blitz eingeschlagen, der andere hat dürre Äste. Anstelle der Kanadischen Pappeln sollen einheimische Bäume wachsen.

Fritz Heinze
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Revierförster Erwin Keller unter einer der geschützten Pappeln, die demnächst gefällt werden sollen. (Bild: Fritz Heinze)

Revierförster Erwin Keller unter einer der geschützten Pappeln, die demnächst gefällt werden sollen. (Bild: Fritz Heinze)

ANDWIL. Auch Naturschutzgebiete müssen gepflegt werden. Gelegentlich ist deshalb gegen einen unkontrollierten Baumwuchs vorzugehen. Eine solche Aktion ist derzeit südlich des Andwiler Mooses an der Strasse zum Paradieswald geplant. Dort, am Rande des Naturschutzgebietes, wachsen Pappeln, die nicht alle kerngesund sind. Da sich die Bäume auf dem Boden der Ortsgemeinde Andwil befinden, hat diese kürzlich an die Politische Gemeinde Andwil den Antrag gestellt, den Baumbestand zu verjüngen. Dabei macht sie geltend, dass die seit vielen Jahren dort stehenden Kanadischen Pappeln von sehr unterschiedlicher Vitalität seien. Ein Baum sei «total zerrissen», da ein Blitz eingeschlagen habe. Bei einer weiteren Pappel gefährdeten herabfallende, dürre Äste Passanten. Betroffen sind der zweitoberste Baum und jener, der vom Blitz getroffen wurde.

Einheimische Bäume fördern

Für das Fällen der Bäume ist ein solcher Antrag mit Begründung nötig, da die Pappeln gemäss der Verordnung der Gemeinde von 1989 geschützt sind. Die Ortsgemeinde schreibt im Antrag, dass sie die alten Kanadischen Pappeln durch einheimische Bäume ersetzen will, zum Beispiel durch Linden. Sie lege Wert darauf, dass im Andwiler Moos ausschliesslich einheimische Baumarten wachsen. Ein Rundgang mit Revierförster Erwin Keller in den Paradieswald verdeutlicht, dass bereits Anstrengungen unternommen wurden, um den dortigen Baumbestand zu verändern und zu verjüngen. So stehen bereits vier Linden am Strassenrand, die im vergangenen Herbst gepflanzt wurden. Es wird noch einige Jahre dauern, bis sie zur stattlichen Grösse ihrer älteren Artgenossen gewachsen sind.

Bald wird gefällt

Das Fällen der Bäume dürfte gemäss Revierförster Erwin Keller in nächster Zeit erfolgen. «Das ist allerdings noch vom Wetter abhängig. Der Boden sollte nicht zu tief sein», schränkt er ein. Beim Fällen von zwei Bäumen bleibt es vorerst. Für weitere Veränderungen der Allee ist beim Gemeinderat eine Bewilligung einzuholen. Für Erwin Keller ist das Beibehalten der markanten Silhouette der Allee wichtig. Er bestätigt, dass aus Naturschutzkreisen eine Neubepflanzung mit einheimischen Sorten unterstützt wird. «Ich tendiere auf diese Veränderung, doch das Erscheinungsbild der Allee ist mir wichtig.» Die neu zu pflanzenden Bäume sollten in erster Linie mächtig aussehen und eine schöne Krone haben, sagt Keller. Im Mittelpunkt stehen für ihn dabei Linden. Sie erfüllen diese Bedingungen. Zudem verrotte ihr Laub gut.

Das Ersetzen wird lange dauern

Revierförster Erwin Keller ist Kantonsangesteller und in den Gemeinden Andwil, Waldkirch und Gaiserwald für die Pflege der Hecken, des Ufergehölzes sowie für die Pflege und Begutachtung von einzelnen Bäumen verantwortlich. Er ist auch für die Sicherheit von Passanten zuständig, die sich im Bereich von Bäumen aufhalten. Im Zusammenhang mit den Neubepflanzungen in der Allee ist sich Erwin Keller bewusst, dass das Ersetzen der Bäume jahrelang dauern wird. «Was das Gelingen anbelangt, sind wir auf das Mitmachen der Natur angewiesen, da haben wir nichts mehr in der Hand», sagt er.

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