GESCHLOSSEN: Statt Bier gibt’s Wohnraum

Heute öffnet das Restaurant Feldli zum letzten Mal. Inhaber Marcel Egger hat es verkauft. Das Gebäude wird umgebaut und es entstehen neue Wohnungen.

Christoph Renn
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Der Abschied fällt ihm schwer: Nach 30 Jahren verkauft Marcel Egger sein Restaurant Feldli. Die Suche nach einem Nachfolger blieb ohne Erfolg. (Bild: Christoph Renn)

Der Abschied fällt ihm schwer: Nach 30 Jahren verkauft Marcel Egger sein Restaurant Feldli. Die Suche nach einem Nachfolger blieb ohne Erfolg. (Bild: Christoph Renn)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Die Tische sind liebevoll gedeckt. Aus dem Zapfhahn läuft kühles Bier. Gäste unterhalten sich über die Lokalpolitik. Im Restaurant Feldli weist nichts drauf hin, dass es heute zum letzten Mal seine Türe öffnet. Nach fast 30 Jahren schliesst Inhaber Marcel Egger das «Feldli». «Ich habe leider keinen Nachfolger finden können.» Somit verliert das Lachen-Quartier eine Beiz, in der seit über 100 Jahren Gäste bewirtet werden. «Immerhin wird das Haus nicht abgebrochen», sagt Egger. «Es wird renoviert und zu Wohnungen umgebaut.»

Der Entscheid, das Restaurant aufzugeben, ist laut Marcel Egger keineswegs leicht gefallen. «Ich habe mein Herzblut ins ‹Feldli› gesteckt.» Seine Frau und er hätten jedoch schon seit drei Jahren über die Schliessung diskutiert. Doch habe er lange die Hoffnung gehegt, dass jemand das Restaurant übernimmt und weiterführt. «Wir sind nun aber in einem Alter, in dem wir einen Schlussstrich ziehen müssen», sagt Egger. Noch ist es unser gemeinsamer Entscheid, aufzuhören. Und die beiden wissen auch schon, was sie mit ihrer neugewonnenen Freizeit anstellen werden. «Wir wandern nach Thailand aus.» Aber nicht nur das fortgeschrittene Alter des Wir­tepaars war ausschlaggebend. «Die Zeiten, ein solches Restaurant zu führen, werden nicht einfacher», sagt der Inhaber. «Vor allem am Feierabend fehlen die Gäste.» Doch das Restaurant hat bis zuletzt Gäste empfangen. «Soeben haben wir Essen für zwei Gesellschaften serviert», sagt Egger noch immer stolz. Im Moment freue er sich aber überwiegend auf seinen neuen Lebensabschnitt – «ohne Arbeitstage von morgens um 7 bis Mitternacht». Doch werde er auch einiges vermissen. «Vor allem mit den Vereinen hatten wir schöne Abende erlebt.» Diese Gäste habe er an die umliegenden Restaurants vermittelt. Zur treuen Kundschaft im Feldli hätten auch die Lastwagenfahrer gehört. «Als das Verwaltungsgericht gebaut wurde, hatten wir täglich bis zu 60 Chauffeure im Restaurant.»

Das gesamte Inventar wird verkauft

Eine Austrinkete wird es heute nicht geben. «Da der Entscheid schon eine Weile steht, haben wir das Lager nicht mehr aufgefüllt», begründet Egger den Verzicht. Jedoch verkauft er nächste Woche sein gesamtes Inventar – jeweils am Nachmittag. «Ich habe bereits die ersten Anfragen für die Vorhänge bekommen.» Neben Tischen und Stühlen wolle er auch die gesamten Küchenutensilien verkaufen.

Das Restaurant Feldli neben dem gleichnamigen Friedhof ist seit den 1950er-Jahren im Besitz der Familie Egger. Vor 30 Jahren hat es Marcel Egger von seinem Vater übernommen. Seither führt er das «Feldli» zusammen mit seiner thailändischen Frau Sumamar. Im Gebäude an der Feldli­strasse 21 war ursprünglich eine Stickerei.