Geschichten für Madagaskar

Im Rahmen des «Sponsorenlesens» lud die Schulbibliothek Mörschwil zu einem «Kamishibai» in der Seeblickhalle. Erzählt wurden Geschichten aus und für Afrika.

Kathrin Alder
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Basar für Afrika: Kinder bestaunen die «Souvenirs» aus Madagaskar. (Bild: Kathrin Alder)

Basar für Afrika: Kinder bestaunen die «Souvenirs» aus Madagaskar. (Bild: Kathrin Alder)

MÖRSCHWIL. 1998 sind die beiden Kindergärtnerinnen Katrin Sutter und Rita Joos-Kaufmann zum ersten Mal nach Madagaskar gereist. «Jeden Morgen sahen wir Kinder aus Kartonhütten kriechen. Das hat uns erschüttert.» Spontan haben sie 2000 Franken gesammelt und diese eingesetzt, wo es am nötigsten war. Mittlerweile ist aus der Spontanaktion die «Kinderhilfe Madagaskar-Zaza Malagasy» entstanden. Unterstützt wird das Projekt auch durch ein «Sponsorenlesen» von Mörschwiler Primarschülern.

Geschichte vom Affenbrotbaum

In einem abgedunkelten Raum der Seeblickhalle informieren die beiden Kindergärtnerinnen die Eltern der Mörschwiler Schüler über das Hilfsprojekt. Eine Etage tiefer lauschen die Kinder auf Gymnastik-Matten gespannt einem «Kamishibai», einem Papiertheaterspiel. Bibliothekarin Tanja Biehle-Bischof erzählt dabei die Geschichte vom Geheimnis des Affenbrotbaumes. Die Bilder des Buches erscheinen in einem Holzkasten, der ein bisschen an ein Kasperli-Theater erinnert. Wenn Tanja Biehle-Bischof im Buch blättert, muss sie auch die Bilder im Kasten wechseln. «Wir machen im Winterhalbjahr jeweils drei bis vier Kamishibai», sagt Bibliothekarin Marie-Luise Salaorni. «Dieses haben wir speziell Madagaskar gewidmet.»

Köchinnen aus der Westschweiz

Den Kindern gefällt's, mit offenen Mündern lauschen sie den afrikanischen Geschichten. Zuhören macht hungrig und durstig, und so treffen sich Eltern und Kinder im Foyer wieder. Dort gibt's Leckereien von zwei extra aus der Westschweiz angereisten madagassischen Köchinnen. Nebenan verkaufen Katrin Sutter und Rita Joos-Kaufmann handgefertigte Taschen, Spielsachen und anderes aus Madagaskar. Und wer will, darf sein Glück bei einem madagassischem Spiel versuchen. Alles eingenommene Geld fliesst der «Kinderhilfe Madagaskar» zu.

«Weil wir keine Anmeldung verlangten war es schwierig abzuschätzen, wie viele Leute kommen würden», sagt Marie-Luise Salaorni. «Aber der Abend war ein voller Erfolg, wir sind sehr zufrieden.»