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GESCHICHTE: Eine Reise durch die Geschichte: Gossau vor Generationen

In der Buchhandlung Gutenberg sind demnächst 100-jährige Postkarten ausgestellt. Sie zeigen Strassen und Menschen von damals – aber auch vergessene Kommunikationsweisen und Zukunftsvorstellungen.
Adrian Lemmenmeier
«Gossau in der Zukunft.» Die Ansichtskarte stammt aus den 1910er-Jahren. (Bild: PD)

«Gossau in der Zukunft.» Die Ansichtskarte stammt aus den 1910er-Jahren. (Bild: PD)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Die Ausstellung "Ein fotografischer Streifzug durch Gossau" bietet eine andere Sicht auf die Stadt im Fürstenland: die Sicht unserer Vorfahren. Vom 5. bis am 24. Februar sind in der Buchhandlung Gutenberg alte Postkarten zu sehen. Sie zeigen, wie Gossau vor etwa hundert Jahren ausgesehen hat.

Die Postkarten stammen alle aus der privaten Sammlung des Hobbyhistorikers Roland Klauser. Er trägt seit 18 Jahren alte Ansichtskarten mit Gossauer Motiven zusammen. Am 5. und am 22. Februar, jeweils um 19 Uhr, hält Klauser in der Buchhandlung einen Vortrag über seine Sammlung. Mittels Powerpoint-Präsentation macht er einen virtuellen Stadtrundgang durch das Gossau von damals.

Hauptstrassen und alte Gebäude

"Für diese Ausstellung musste ich mich auf ungefähr 40 Bilder beschränken", sagt Roland Klauser. Keine leichte Aufgabe, besitzt Klauser doch über 2000 Postkarten mit Gossauer Sujets. Allerdings zeigt nicht jede Karte ein eigenes Motiv. "Von einigen Sujets habe ich über 50 verschiedene Postkarten", sagt Klauser.

Und welche Postkarten schaffen es in die Ausstellung? "Es werden einerseits Bilder von Gossaus Hauptachsen zu sehen sein", sagt Klauser. "Von der Hauptstrasse, der Herisauer Strasse oder der Säntisstrasse etwa." Andererseits würden auch Aufnahmen von Gebäuden zu sehen sein. "Zum Beispiel von dem Haus, das an der Stelle der heutigen Bäckerei Gehr stand", sagt Klauser. Auch vom Gebäude, in dem sich heute die Buchhandlung Gutenberg befindet, gibt es eine alte Ansicht. Ende des 19. Jahrhunderts war noch eine Boutique in diesem Ladenlokal – Name: "Zur Stadt Paris."

Von den meisten Postkarten werden in der Ausstellung leicht vergrösserte Kopien zu sehen sein. Einige besonders schöne Exemplare will Roland Klauser im Original in einer Vitrine ausstellen.

Kartoffellieferung und Kirchenkritik

"Die meisten Postkarten meiner Sammlung stammen aus den 1910er-Jahren", sagt Klauser. Das habe damit zu tun, dass in diesen Jahren schweizweit am meisten Postkarten verschickt worden seien. Auch die Gossauerinnen und Gossauer liessen ihren Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern oft eine Karte zukommen. Mit verschiedenen Botschaften: Auf einer Postkarte aus Klausers Sammlung etwa bestellt jemand bei einem Bauern ein Kilo Kartoffeln. Auf einer anderen schreibt jemand, dass er gut von einer Reise zurückgekehrt sei. Und auf einer dritten äussert sich ein Pfarrer gegenüber einem Berufskollegen kritisch über die Kirche. "Postkarten benutzte man früher für kurze Nachrichten", sagt Klauser. "Wie heute E-Mail oder SMS."

Auf den Vorderseiten der alten Postkarten sind derweil nicht nur öffentliche Gebäude oder Kirchen zu sehen. "Viele Leute liessen auch Postkarten von ihren eigenen Häusern anfertigen", sagt Klauser. Solche Karten gaben der Nachricht eine persönliche Note. Wie bedrucktes Briefpapier oder ein Selfie in der Whatsapp-Nachricht.

Andere Postkarten zeigen, wie sich unsere Vorfahren im frühen 20. Jahrhundert das Gossau der Zukunft vorgestellt haben: Eine mondäne Stadt, über deren Dächern eine Hochbahn rauscht, Flugzeuge kreisen und Zeppeline fahren.

Vorträge am 5. und 22. Februar. Die Zahl der Plätze ist beschränkt. Anmeldung unter: 071 383 20 00

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