Geschäft schliesst nach 47 Jahren

Peter und Irene Märki haben sich jahrzehntelang dem Handel mit Massivholzmöbeln verschrieben. Nun geben sie die «Wohnform» beim Neumarkt auf. Erhalten bleibt aber die Möbelwerkstatt.

Claudia Schmid
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Irene und Peter Märki in der Räumen der «Wohnform». Nach fast fünf Jahrzehnten schliesst das Geschäft an der Kornhausstrasse 33 Ende Dezember endgültig. (Bild: Claudio Heller)

Irene und Peter Märki in der Räumen der «Wohnform». Nach fast fünf Jahrzehnten schliesst das Geschäft an der Kornhausstrasse 33 Ende Dezember endgültig. (Bild: Claudio Heller)

Hans Hermann gründete 1969 an der Kornhausstrasse 33 sein Möbelgeschäft. Schon zwei Jahre später erweiterte er das Angebot der «Wohnform» mit Bodenbelägen und holte sich dafür mit Rolf Stauber einen Spezialisten in den Betrieb. 1974 stiess Peter Märki hinzu, der als gelernter Innendekorateur nicht nur die Leidenschaft für schöne Möbel, sondern auch das Flair für die gesamte Einrichtung eines Raumes mitbrachte.

Nachdem Hans Herrmann bereits 1973 und Rolf Stauber 1998 das Unternehmen verlassen hatten, wurde die «Wohnform» zum Lebenswerk von Peter Märki und seiner Frau Irene. Sie arbeitete ab 1998 – nachdem die drei gemeinsamen Kinder grösser waren – ebenfalls in der Wohnform AG. «Wir haben uns immer sehr gut ergänzt. Sie hat als ausgebildete Kauffrau den administrativen Teil übernommen, der mir gar nicht liegt», erzählt Peter Märki.

Ständig die Zeichen der Zeit neu erkennen

Wolle ein Geschäft über fast fünf Jahrzehnte bestehen, müsse es sich immer wieder neu orientieren und die Zeichen der Zeit erkennen. «In den 1970er-Jahren wünschte die Kundschaft, dass alle Möbel in einem Raum zusammenpassen. Der Salontisch musste den gleichen Stil haben wie die Wohnwand, der Esstisch und die Stühle.» Die nächste Generation habe sich ein bunt zusammengewürfeltes Mobiliar angeschafft, um ja nicht dem Möbelgeschmack der Eltern folgen zu müssen.

Das schwedische Möbelhaus Ikea habe mit seinen Billigmöbeln sicherlich einige Unternehmen in der Branche in Bedrängnis gebracht, doch hätten andere auch profitiert. Peter Märki: «Zu uns kamen beispielsweise viele Kundinnen und Kunden, denen ökologische Produkte am Herzen lagen. Sie wollten Oberflächen, die mit Naturprodukten und nicht mit chemischen Substanzen behandelt waren.»

Im Laufe der Jahrzehnte konnten sich Peter und Irene Märki einen treuen Kundenstamm aufbauen. Massivholzmöbel, Büromöbel, ergonomische Stühle, Beleuchtung, Vorhänge, Teppiche und eine Boutique gehörten zum Sortiment. In der eigenen Möbelwerkstatt an der Rorschacher Strasse 202 wurden Möbel repariert oder auch neue Stücke nach Wunsch der Kundschaft hergestellt.

Liquidationsverkauf bis Ende Jahr

Nun aber hat sich das Ehepaar entschlossen, die «Wohnform» aufzugeben. «Es gibt mehrere Gründe dafür», hält Peter Märki fest und nennt als Stichworte das sich wandelnde Einkaufsverhalten, den auslaufenden Mietvertrag an der Kornhausstrasse, den starken Schweizer Franken und vor allem auch das nahende Pensionsalter. Noch bis Ende Jahr läuft der Liquidationsverkauf. Nebst den reduzierten Ausstellungsmodellen gewährt das Ehepaar Märki auch einen Rabatt auf Neubestellungen von Möbeln, Matratzen und Lampen.

Behalten will Peter Märki hingegen die Möbelwerkstatt an der Rorschacher Strasse 202. Dort will er sich auch künftig der Planung und Ausführung von Spezialaufträgen widmen. Und ist beim Gedanken an die baldige Geschäftsaufgabe nicht so etwas wie Wehmut spürbar? «Dazu hatten meine Frau und ich noch gar keine Zeit. Wir stehen noch mitten im Geschäftstrubel», lacht der Firmeninhaber.