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GERICHTSVERHANDLUNG: Ausweis weg und eine Freiheitsstrafe

Weil er sich nach dem Rauchen eines Joints ans Steuer gesetzt hatte, musste ein Autofahrer den Führerausweis abgeben. Jetzt stand er vor Kreisgericht.
Claudia Schmid

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

Die Polizei führte im Herbst 2016 auf der Zürcher Strasse in St. Gallen eine Grosskontrolle durch. Als ein 30-jähriger Schweizer dies sah, wendete er kurz vor der Kontrollstelle sein Fahrzeug und fuhr in entgegengesetzter Richtung davon. Polizisten verfolgten ihn und konnten ihn auf der Fürstenlandbrücke stoppen. Ein Drogenschnelltest zeigte, dass der THC-Grenzwert überschritten war. Die Blut- und Urinprobe im Kantonsspital wies schliesslich den Cannabiswirkstoff THC in einer Konzentration von 4,6 Mikrogramm pro Liter aus. Der Grenzwert liegt bei 1,5 Mikrogramm.

Einen Tag nach der Polizeikontrolle ordnete die Untersuchungsbehörde beim Beschuldigten eine Hausdurchsuchung an. Dabei fanden die Beamten drei alte Waffen in seinem Kellerabteil. Es handelte sich um zwei Gewehre und eine Flinte. Die Waffen gehörten nicht ihm, erklärte der Beschuldigte jetzt an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Sie seien wohl von Drittpersonen dort gelagert worden. Das Kellerabteil sei stets unverschlossen gewesen.

Versuchen, das Leben in den Griff zu bekommen

Der Staatsanwalt hatte für den Mann eine unbedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten beantragt, da es nicht das erste Mal war, dass er mit seinem Auto in nicht fahrfähigem Zustand unterwegs war. Ein Aufenthalt im Gefängnis werfe ihn in seinen Bemühungen, sein Leben in den Griff zu bekommen, weit zurück, antwortete der Beschuldigte auf die Frage, was eine unbedingte Freiheitsstrafe für ihn bedeuten würde.

Seit mindestens drei Jahren trinke er keinen Schluck Alkohol mehr, erklärte der 30-Jährige dem Einzelrichter. Er habe auch gemerkt, dass ihm das Rauchen von Marihuana nicht gut tue, da dies bei ihm Angststörungen hervorrufe. Deshalb habe er damit aufgehört, sei dann aber wieder rückfällig geworden, räumte er ein. Nach einem freiwilligen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik konsumiere er nun seit vergangenem September keine Drogen mehr und sei in psychologischer Nachbehandlung.

Der Einzelrichter am Kreisgericht St. Gallen anerkannte die laufenden Bemühungen des Beschuldigten, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Zudem sah er es nicht als erwiesen an, dass die drei im Keller gefundenen Waffen tatsächlich dem 30-Jährigen gehört hatten. Er verurteilte diesen zwar wie von der Staatsanwaltschaft beantragt zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, sprach diese Strafe aber mit einer Probezeit von vier Jahren bedingt aus.

Ihm müsse jetzt aber klar sein, dass er sich während dieser Probezeit rein gar nichts mehr dürfe zu Schulden kommen lassen, redete der Einzelrichter dem Angeklagten bei der Urteilsverkündung ins Gewissen. Der 30-jährige Schweizer muss auch noch eine Busse von 300 Franken sowie die Verfahrenskosten von rund 4000 Franken bezahlen.

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