Geriatrische Klinik wird ausgebaut

Bis 2020 soll die Geriatrische Klinik St. Gallen saniert und erweitert werden. Die Kantonsregierung will dafür einen Baubeitrag von 25 Millionen Franken leisten. Der Kantonsrat berät die Vorlage nächste Woche in der Novembersession.

David Gadze
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Entlang der Nordfassade der Geriatrischen Klinik soll ein neuer Anbau erstellt werden. Das vorgelagerte Gebäude (links) muss diesem weichen. (Bild: Coralie Wenger)

Entlang der Nordfassade der Geriatrischen Klinik soll ein neuer Anbau erstellt werden. Das vorgelagerte Gebäude (links) muss diesem weichen. (Bild: Coralie Wenger)

Schlecht isolierte Fenster und Fassaden, mangelhafter Sonnenschutz, ungenügende Infrastruktur: Die Geriatrische Klinik ist in die Jahre gekommen. Deshalb soll das 1980 erstellte Gebäude für rund 40 Millionen Franken erweitert und saniert werden. Wie aus der Botschaft der Regierung ans Kantonsparlament hervorgeht, soll der Kanton dafür einen Baubeitrag von 62,5 Prozent der Bausumme, maximal jedoch 25 Millionen Franken leisten. Die restlichen 37,5 Prozent beziehungsweise höchstens 15 Millionen sollen der Geriatrischen Klinik als Darlehen gewährt werden.

Neuer Anbau auf der Nordseite

Um die Geriatrische Klinik auf Vordermann zu bringen und den Bedürfnissen der Patienten nachzukommen, ist eine Erweiterung entlang der Nordfassade geplant. Dadurch soll «die zweibündige Klinik zu einem modernen, dreibündigen Spitalgebäude» werden. Der vorgelagerte sechseckige Anbau wird abgebrochen. So könne auf die Sanierung der bestehenden Fassade verzichtet werden, heisst es in der Botschaft. Ausserdem werde mit dieser neuen «Raumschicht» die städtebauliche Situation bereinigt. Ost- und Westfassade bleiben praktisch unverändert. Bei der Südfassade werden Fenster und «thermisch schlechte Elemente» ersetzt. Auch asbesthaltige Bauteile werden saniert.

Auch im Inneren des Gebäudes muss einiges gemacht werden. Die Belegung der Zimmer mit bis zu fünf Patienten sei heute nicht mehr zumutbar, schreibt die Regierung weiter. Die Flächen pro Bett seien viel zu klein. «Zu den schwerwiegendsten Mängeln gehören die nicht behindertengerechten Nasszellen der Patientenzimmer. Sie entsprechen in keiner Weise den heutigen Anforderungen bezüglich hindernisfreies Bauen und Hygiene.» Auch seien die Toiletten nicht rollstuhlgängig. Betriebliche Abläufe sollen ebenfalls optimiert werden.

Die Bevölkerung wird älter

Der Ausbau ist auch deshalb nötig, weil die Fachstelle für Statistik davon ausgeht, dass bis 2020 rund 18 Prozent mehr Personen im Alter von 60 bis 79 Jahren im Kanton St. Gallen leben werden als noch im Jahr 2012 (Anstieg von heute knapp 86 600 auf circa 102 600 Personen). Die Zahl der Personen, die 80 Jahre oder älter sind, dürfte gar um etwa 23 Prozent (von heute knapp 21 800 auf rund 26 900) steigen. Da fast 90 Prozent der Patienten der Geriatrischen Klinik aus dem Kanton St. Gallen stammen, wird auch von einer Zunahme der Zahl stationärer Fälle ausgegangen.

Bis 2020 fertig saniert

Geplant ist, im November 2015 die Vorlage dem Stimmvolk zu unterbreiten. Sagt dieses Ja zum Baukredit und zur Erteilung des Darlehens, soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 Erstellen und der Bezug des Provisoriums erfolgen. Die Bauarbeiten sollen Anfang 2017 beginnen und etwa drei Jahre dauern.