Geriatrische Klinik modernisieren

Die Geriatrische Klinik soll für rund 40 Millionen Franken saniert und erweitert werden. Das 1980 erstellte Gebäude weist verschiedene bauliche und infrastrukturelle Mängel auf. Eine Herausforderung ist auch die alternde Bevölkerung.

David Gadze
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Die Geriatrische Klinik soll bis 2020 saniert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. (Archivbild: Coralie Wenger)

Die Geriatrische Klinik soll bis 2020 saniert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. (Archivbild: Coralie Wenger)

Die Geriatrische Klinik ist in die Jahre gekommen. Ihr Alter sieht man ihr an allen Ecken und Enden an. Deshalb soll das 1980 erstellte Gebäude saniert und erweitert werden. Am 15. November entscheiden die Stimmberechtigten im Kanton St. Gallen über einen Baubeitrag von 25 Millionen Franken. Weitere 15 Millionen sollen der Geriatrischen Klinik vom Kanton als Darlehen gewährt werden.

Ungenügende Infrastruktur

«Es braucht eine geriatrische Versorgung, die den heutigen Bedürfnissen genügt», sagte Regierungsrätin Heidi Hanselmann am Montag vor den Medien. Die Infrastruktur sei nicht mehr zeitgemäss, die Behandlungszimmer seien zu klein und der Betrieb erschwert. «Die Sanierung des Gebäudes muss unbedingt umgesetzt werden», sagte die Vorsteherin des Gesundheitsdepartements.

Deutliche Worte findet auch Robert Etter, Vorsitzender der Klinikleitung. Nach 35 Jahren weise das Gebäude «massive Abnützungserscheinungen» auf, und die Infrastruktur sei schlicht ungenügend. «Einige Zimmer teilen sich die Toiletten, und diese sind nicht einmal nach Geschlechtern getrennt.» Die Nasszellen seien ausserdem nicht hindernisfrei. «Also müssen gewisse Patienten mit einem Rollator oder einem Rollstuhl auf die Toiletten im Korridor ausweichen.» In der allgemeinen Abteilung komme auf bis zu 13 Personen eine Dusche.

Bevölkerung wird immer älter

Ein weiteres Problem ist die demographische Entwicklung. Die Fachstelle für Statistik geht davon aus, dass im Jahr 2020 etwa 23 Prozent mehr Menschen über 80 Jahre im Kanton St. Gallen leben werden als noch 2012. Die Zahl der Personen zwischen 60 und 79 Jahren dürfte um rund 18 Prozent steigen. «Unsere Patienten sind heute im Schnitt 83 Jahre alt. In den 1980er-Jahren waren sie noch wesentlich jünger und entsprechend auch mobiler», sagt Etter. Je mehr Personen ein hohes Alter erreichten, desto intensiver würden geriatrische Leistungen beansprucht.

Das gestiegene Durchschnittsalter der Patienten habe ausserdem zur Folge, dass immer mehr Personen mit demenziellen Erkrankungen in die Geriatrische Klinik kommen. Gerade für diese seien die vielen Zimmer mit vier oder fünf Betten nicht immer geeignet. Stattdessen brauchte es mehr Zimmer mit einem oder zwei Betten. Der hohen Auslastung von fast 96 Prozent soll mit 20 zusätzlichen Betten entgegengewirkt werden.

Auch betriebliche Probleme

Auch aus betrieblicher Sicht ist die Infrastruktur heute ungenügend. «Es fehlen Behandlungsräume, und die vorhandenen sind teilweise zu klein», sagt Robert Etter. Es brauche auch einen zusätzlichen Lift, um die gewachsene Zahl von Patienten und Besuchern auffangen zu können. Zudem habe sich der Personalbestand seit der Eröffnung der Klinik stark verändert. Arbeiteten 1982 noch ein Chefarzt und ein Assistenzarzt, sind es heute ein Chefarzt und eine Leitende Ärztin, sechs Oberärzte und elf Assistenzärzte. Dazu kommt das Pflege- und Hauswirtschaftspersonal. «Wir sind dringend darauf angewiesen, dass sich etwas ändert.»

Das vorgelagerte Gebäude soll abgebrochen werden. Entlang der Nordfassade ist ein Anbau (rot) geplant. (Bild: Visualisierung: Kanton St. Gallen)

Das vorgelagerte Gebäude soll abgebrochen werden. Entlang der Nordfassade ist ein Anbau (rot) geplant. (Bild: Visualisierung: Kanton St. Gallen)

107- Volumetrie _ Layout (Bild: CAD 11)

107- Volumetrie _ Layout (Bild: CAD 11)

Bild: DAVID GADZE

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