«Geothermieprojekt ist nicht in Gefahr»

Fredy Brunner, gemäss Verwaltungsgericht haben die Stadtwerke bei der Ausschreibung des Bohrauftrags Fehler gemacht. Räumen Sie diese ein?

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Fredy Brunner Stadtrat, Direktor Technische Betriebe (Bild: Stefan Beusch (Stefan Beusch))

Fredy Brunner Stadtrat, Direktor Technische Betriebe (Bild: Stefan Beusch (Stefan Beusch))

Fredy Brunner, gemäss Verwaltungsgericht haben die Stadtwerke bei der Ausschreibung des Bohrauftrags Fehler gemacht. Räumen Sie diese ein?

Die Frage, ob wir Fehler machten, ist wohl Ermessenssache. Über den Gerichtsentscheid äussern darf ich mich aber nicht, da die Frist für Einsprachen beim Bundesgericht noch läuft und intern das weitere Vorgehen besprochen wird. Es ist aber klar: Den Entscheid müssen wir akzeptieren.

Das tönt nach Kritik am Verwaltungsgericht.

Es stellt sich im vorliegenden Fall die Frage, ob das öffentliche Vergabewesen nicht überreglementiert ist. Von internationalen Grossfirmen kann so jede juristische Spitzfindigkeit ausgenutzt werden. Schliesslich ist der Markt hart umkämpft, es geht um viele Millionen Franken.

Haben sich die Stadtwerke etwas überschätzt, angesichts der gewichtigen und juristisch versierten internationalen Firmen?

Das denke ich nicht. Auch wir hatten juristische Berater. Es geht jetzt wie gesagt um gesetzliche Spitzfindigkeiten, die nicht abzuschätzen waren.

Unter dem Strich ging es uns ganz einfach darum, den besten Anbieter zu finden, auch in Sachen Sicherheit. Ich hoffe nicht, dass wir am Ende aufgrund eines Gerichtsentscheids einen billigeren «Crash-Bohrturm» berücksichtigen müssen. Es geht schliesslich nicht um ein Gartenmürli.

Ist das Geothermieprojekt nun ganz grundsätzlich in Gefahr?

Nein, das sicher nicht. Man muss eines sehen: Bisher war die «Marschgeschwindigkeit» des Projekts riesig – nun gibt es halt eventuell Verzögerungen, das gehört zum Business.

Eigentlich wollte man im Juni 2012 mit dem Bohren beginnen.

Wir rechnen noch immer damit, im Sommer beginnen zu können. Wie wir weiter vorgehen, ist noch offen. Anfang Jahr werden wir bekanntgeben, wie es weitergeht. (rst)