Genähter Traum in Schwarz

Für ihre Abschlussarbeit der Fachmittelschule hat sich Maria Giger etwas Besonderes einfallen lassen: Sie designte und nähte das Kleid ihrer Träume.

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Stolz präsentiert Maria Giger ihr Traumkleid. (Bild: Dominik Bärlocher)

Stolz präsentiert Maria Giger ihr Traumkleid. (Bild: Dominik Bärlocher)

Arnegg. Wie im Film schreitet die 19jährige Maria Giger die Treppe hinunter. Die Arneggerin trägt ein schwarzes Abendkleid, das von einem Top-Designer stammen könnte. Die Steinchen unter der Brust, im Décolleté und am Rock glitzern im Licht und die Spitzenhandschuhe passen perfekt. Doch das Kleid stammt weder aus Paris noch aus Mailand, sondern aus Arnegg. Denn die Teenagerin hat das Kleid selbst gefertigt, als Abschlussarbeit der Fachmittelschule in St. Gallen (FMS).

Die projektbegleitende schriftliche Arbeit ist handgeschrieben und füllt zwei gebundene Bücher und beleuchtet die Geschichte der Frauenkleidung von der Antike bis zur Gegenwart.

«Ich hatte eine genaue Vorstellung davon, wie das Kleid aussehen sollte und habe mich nicht von Designern beeinflussen lassen», sagt Maria Giger. Aber: «Das Kleid wurde erst schwarz, als ich den Stoff im Laden gesehen habe. Ich wusste sofort: Das wird mein Kleid.» Viele Details seien erst beim Nähen dazu gekommen.

Da Maria Giger kaum Erfahrungen mit dem Schneiderhandwerk hatte, holte sie sich professionelle Beratung bei der Schneiderin Donatella Frey. «Das Härteste an der ganzen Arbeit war das Vernähen des Spitzensaums am Rock. Das Kleid hat sieben Meter Saum, und Spitze kann man nicht mit der Maschine vernähen», sagt Maria Giger. Daher hat sie den unteren Teil des Kleides von Hand mit Millimeterstichen versäubert. «Das hat ewig gedauert, doch es war jeden Stich wert.

» Sie trägt ihr Traumkleid mit Stolz und schloss die FMS erst noch mit der Bestnote 6 ab.

Im Oktober beginnt für Maria ein neuer Lebensabschnitt: Sie wird die Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene (ISME) und daraufhin die Pädagogische Hochschule St. Gallen besuchen. Ihr Traumkleid sei wohl nicht ihr letztes selbstgemachtes Kleidungsstück. «Vielleicht mache ich als nächstes eine Uniform, also einen Jupe mit Blazer.» (djb)

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