Gemüse aus der Region im Korb

In der Stadt St. Gallen gibt es seit Freitag einen neuen Verein. Er nennt sich Regioterre und fördert durch Verträge zwischen Konsumenten und Produzenten die regionale Landwirtschaft.

Claudia Schmid
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Regioterre bietet direkten Zugang zu landwirtschaftlichen Produkten. Konsumentinnen und Konsumenten haben die Möglichkeit, wöchentlich in einem Depot in der Innenstadt einen Korb abzuholen. Gefüllt ist er mit Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, die Bauernhöfe in der Region produziert haben. Der Inhalt ist grossmehrheitlich biologisch und mit fairen Löhnen entstanden. Den Lebensmittelkorb bezieht man im Jahresabonnement.

Sieben Bauernhöfe

Eine Gruppe ist seit einiger Zeit daran, in der Stadt St. Gallen ein alternatives regionales Vertriebssystem für landwirtschaftliche Produkte zu etablieren. Dabei orientierten sie sich an einem Weg, der in der Westschweiz stark verbreitet ist und auch in Deutschschweizer Städten wie Bern, Basel und Zürich bereits Nachahmer gefunden hat.

Im Mai fand eine Orientierungsversammlung für Produzentinnen und Produzenten statt. In der Zwischenzeit sagten sieben landwirtschaftliche Betriebe zu, für Regioterre zu produzieren. Zwei der Betriebe sind in Degersheim zu finden, je einer steht in Bürglen, Berneck, Rorschach, Tübach und Waldkirch. Sie liefern Regioterre Lagergemüse, Salate, Beeren, Obst und weitere landwirtschaftliche Produkte.

Mitbestimmung gewährleistet

An der Vereinsgründung vom vergangenen Freitag im Festsaal St. Katharinen wurde die Idee der regionalen Vertragslandwirtschaft vorgestellt. Sie will die Bevölkerung auf der Basis von Verträgen zwischen Konsumenten und Produzenten mit regional produzierten Nahrungsmitteln versorgen. Im Vertrag werden Qualität, Menge, Produktionstechnik, Preise und Liefermodalitäten geregelt. Angestrebt werden umweltfreundliche Produktionstechniken, die Einhaltung der Richtlinien des biologischen Landbaues, der Verzicht auf Gentechnik, die Reduktion des Verpackungsmaterials, die Schaffung und der Erhalt von Arbeitsplätzen in der regionalen Landwirtschaft sowie Produktionskosten deckende Preise. Verträge brauche es, um Über- und Unterproduktion zu vermeiden und ein langfristiges Engagement zwischen Produzenten und Konsumenten zu fördern. Konsumenten biete das System Mitbestimmung etwa bei der Produktion und Vermarktung der Nahrungsmittel.

Vorstand gewählt

Mit der Genehmigung der Statuten hob die Gründungsversammlung den neuen Verein am vergangenen Freitag aus der Taufe. Zudem wurden fünf Vorstandsmitglieder gewählt. Regula Bendel, Pascal Kübli und Thomas Schweizer vertreten die Konsumentenseite, Katharina Zuberbühler und Peter Fust die Seite der Produzentinnen und Produzenten. Geplant ist, mit der Ausgabe des wöchentlichen Warenkorbes im Frühling 2012 zu starten. Noch ist nicht bekannt, wo sich das Depot befinden wird. Es werde seinen Standort aber auf jeden Fall in der Innenstadt haben.

E-Mail und Internet

Wer sich für die Arbeit des Vereins oder für den wöchentlichen Warenkorb interessiert, kann sich per E-Mail bei vertragslandwirt schaft-sg@gmx.ch melden. Später soll der Verein dann auch über einen eigenen Internetauftritt verfügen.