Gemeinsam zum Anschluss

Der Gossauer Gewerbeverein will einen Autobahnanschluss Gossau Ost–St. Gallen West. Er hat bereits einen Projektauftrag formuliert und sucht Unterstützung – auch in St. Gallen.

Rita Bolt
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Legende mag (Bild: Ralph Ribi)

Legende mag (Bild: Ralph Ribi)

gossau. Stau im Gossauer Zentrum, überlastete Strassen nach Herisau und nach Winkeln. Blechlawinen an allen Ecken und Enden. Nichts Neues. Aber es soll sich etwas ändern. «Wir wollen, dass der Autobahnanschluss im Masterplan des Entwicklungskonzepts St. Gallen West–Gossau Ost vorhanden ist», sagte Vorstandsmitglied Thomas Braunwalder an der Gewerbe-Herbstversammlung in der Henessenmühle. Der Korridor für einen Anschluss bestehe und zwar zwischen Suttero, Spar und der Swiss Industrial. Gemäss Angaben des kantonalen Tiefbauamtes und eines Baufachmannes würden die Kosten für einen Autobahnanschluss ohne Weiterführung ins Appenzellerland etwa 35 bis 40 Millionen Franken betragen. Die Kosten müssten Kanton, die Städte St. Gallen und Gossau sowie der Bund tragen. Der Autobahnanschluss müsse möglichst schnell realisiert werden. In einer konsultativen Abstimmung wollte der Vorstand wissen, ob die Gewerbler das Ansinnen des Vorstandes unterstützten. Die Anwesenden pflichteten einer schnellen Realisierung des Anschlusses bei.

Projektgruppe bilden

Der Vorstand des Gewerbevereins war bereits aktiv: Er hat für die Standortmarketingorganisation (SMO) Gossau-Andwil einen Projektauftrag formuliert. «SMO-Leiter Max Nadig hat den Auftrag, eine schlagkräftige Projektgruppe ins Leben zu rufen. Und er muss das Ziel verfolgen, mit Schwung und höchster Priorität einen Autobahnanschluss aufzugleisen», sagte Braunwalder. Unterstützung erhoffen sich die Gossauer vom Gewerbeverein Andwil-Arnegg, vom Industrieverein St. Gallen-Winkeln, von der Industrie- und Handelskammer, von den Städten Gossau und St. Gallen, von der Bevölkerung und von Parlamentariern. Denn laut Braunwalder bringt ein neuer Autobahnanschluss den St. Gallern wie den Gossauern wesentliche Vorteile: weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Abgase und weniger Unfallrisiko. «Das Industriegebiet Gossau-St. Gallen würde zudem aufgewertet.» Der Autobahnanschluss wäre auch ein Standortvorteil.

Direkte Anbindung

Thomas Braunwalder hat Gespräche mit den Verantwortlichen der Industriebetriebe geführt. «Sie sprechen sich für einen Autobahnanschluss aus.» Mit einem Autobahnanschluss Gossau Ost–St. Gallen West wäre die Industrie besser angebunden, ist Braunwalder überzeugt. Täglich könnten 1100 Lastwagen, jährlich 330 000 Lastwagen, direkt auf den Autobahnanschluss fahren. Jährlich könnten zudem 550 000 Pendlerfahrten durch Gossau «gespart» werden.