Gemeinsam IT-Fachkräfte finden

Der Verein IT St. Gallen, der die Region St. Gallen-Bodensee als Cluster der IT-Branche bekannt machen und dadurch Fachkräfte anlocken will, wächst. Und für 2015 hat sich der Vorstand zum Ziel gesetzt, grosse Unternehmen zu gewinnen.

Daniel Wirth
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Informatiker wie ihn will der Verein IT St. Gallen in die Region holen. Die Unternehmen in der Branche berichten von ersten Erfolgen. (Bild: fotolia)

Informatiker wie ihn will der Verein IT St. Gallen in die Region holen. Die Unternehmen in der Branche berichten von ersten Erfolgen. (Bild: fotolia)

Die Stadt leistete dem Verein IT St. Gallen im Jahr 2013 eine einmalige Anschubfinanzierung von 100 000 Franken – und geriet damit in die Kritik, weil beim Kickoff-Anlass unter dem Motto «IT St. Gallen rockt!» in der Lokremise ein Konzert von The Young Gods veranstaltet und fast gleichzeitig mit dem Budget 2014 das Geld für die Förderung der freien Kultur gekürzt wurde. An der ersten Hauptversammlung des Vereins IT St. Gallen im Auditorium der Firma Abacus in Kronbühl präsentierte Isabel Schorer, als Leiterin der Standortförderung der Stadt St. Gallen im Vorstand des Vereins, die erste Rechnung, in der die Jahre 2013 und 2014 zusammengefasst sind. Aufwand und Ertrag betrugen 385 000 Franken, für 2015 legt der Vorstand ein ausgeglichenes Budget mit einem Aufwand von 340 000 Franken vor. Seit der Gründung ist die Zahl der IT-Unternehmen im Verein von 23 auf 38 angestiegen, wie Präsident Hermann Arnold die Mitglieder informierte. Für 2015 habe sich der Vorstand vorgenommen, weitere grosse Firmen von einer Mitgliedschaft zu überzeugen, sagte Arnold. Die Firmen zahlen je nach «Paket» einen Vereinsbeitrag von bis zu 30 000 Franken im Jahr. Von ihrem gemeinsamen Auftritt etwa im Internet oder an Messen wie der Ostschweizer Bildungsausstellung (OBA) erhoffen sie sich eine bessere Bekanntheit als IT-Cluster und dadurch mehr Fachkräfte in Stadt und Region.

Grosse IT-Abteilungen

Zum Verein zählen neben klassischen IT-Unternehmen wie Abacus oder auch die Grossbank Raiffeisen und die Helvetia Versicherungen. Das hat einen Grund: Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz und ihre Informatikabteilung in der Stadt St. Gallen; die Informatikabteilung von Raiffeisen beschäftigt gemäss Isabel Schorer mehrere hundert IT-Fachleute. Das gleiche gilt für Helvetia oder die Informatikabteilung des Kantonsspitals St. Gallen. «Wenn ein Informatikfachmann weiss, dass es in St. Gallen, im Thurgau und in beiden Appenzell mehrere mögliche Arbeitgeber für ihn hat, ist er viel eher bereit, von Zürich oder aus einem anderen Land hierherzuziehen», sagt Schorer. Im Verein hätten sich auch Unternehmen zusammengetan, die gemeinsam Ausbildungsplätze anbieten; das heisst: Ein Studierender kann in der Ostschweiz ein Praktikum in verschiedenen Betrieben machen. So hole man angehende Fachkräfte in die Region. An der Hauptversammlung sagte ein Vertreter der Firma Leica in Heerbrugg, die Unternehmen seien angehalten, das Logo des Vereins IT St. Gallen bei jeder Möglichkeit noch stärker zu transportieren, das schaffe auch international Bekanntheit.

Grosse Tagung an der HSG

Im Februar 2017 haben der Verein und seine Mitglieder die Möglichkeit, an der 13. Internationalen Wirtschaftsinformatik-Tagung auf sich aufmerksam zu machen. Diese Tagung findet in zwei Jahren zum ersten Mal in St. Gallen statt. Projektleiter Christoph Peters stellte die Tagung der Hauptversammlung von IT St. Gallen vor. Es werden rund 800 Teilnehmende erwartet. Diese Tagung findet seit 1993 im Zweijahresrhythmus statt; bisher wurde sie in Zürich, Wien, Leipzig oder zuletzt in Osnabrück ausgetragen.